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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Band III. Spez. Theil.
Ellenbogengelenks aus, die allen Streckversuchen trotzte.Geheilt Ende September. (Vergl.H. Fischer, S. 142, No. 184.)
23. K. Seh., Gefreiter vom 2. Schlesischen Grenadier-Regiment No. 11, verwundet am 1. September 1870: Gewehr-schussbruch dicht über den Knorren des Oberarm-knochens mit Eröffnung des Gelenkes. Starke Anschwellung;am 6. September 1870 Gypsverband. Am 14. November 1870geheilt.
24. W. G., Musketier vom 8. Brandenburgischen Infanterie-Regiment No. 64 (Prinz Friedrich Karl von Preussen), ver-wundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms mit Splitterung bis insEllenbogengelenk. Am 29. August 1870 im ReservelazarethEms starke Anschwellung, hohes Fieber; am 12. November 1870Einschnitt von Eiterherden. Wundrose. Am 10. Dezember 1870geheilt; rechtwinklige Steifheit des Gelenks, starke Auftreibungder Knochen.
25. J., Hauptmann: Gewehrschuss im Bereiche desäusseren Knorrens des linken Oberarmes mit Er-öffnung des Ellenbogengelenks. Lange dauernde Eiterung.Heilung mit Steifheit in schwach gebeugter Stellung. (Vergl.v. Beck, S. 590, No. 8.)
26. H., vom 3. Badischen Infanterie-Regiment No. 111,verwundet am 16. Januar 1871: Gewehrschuss durch dieKnorren des Oberarms mit unbedeutender Splitterung undEröffnung des rechten Ellenbogengelenks. Geheilt. Verwachsungder Strecksehnen mit dem Oberarmknochen und Ausschwitzungenim Gelenk hindern den Gebrauch des Armes. (Vergl. v. Beck,S. 590, No. 12.)
27. W., Hauptmann, verwundet am 16. August 1870bei Mars la Tour: Gewehrschuss in den Ellenbogen. Ein-gangsöffuung über dem äusseren Knorren des Oberarms. Aus-gang am Vorderarm neben der Sehne des zweiköpfigen Muskels;der Knorren ist abgebrochen, die Bruchlinie geht insGelenk. Her Verwundete war mit einem sehr schweren, instark stumpfem Winkel angelegten Gypsverband nach Barmstadtgekommen; 3., 4. und 5. Finger waren gefühllos. Nach Abnahmedes Verbands zeigte sich die Ausgangsöffnung geschlossen, ausder Eingangsöffnung fioss wenig Eiter, der ganze Arm, beson-ders die Gelenkgegend stark geschwollen, letztere schmerzhaft.Rechtwinkelige Stellung des Arms in Gyps; Eis. Die Heilungist erfolgt, das Gelenk jedoch fast völlig steif. (Vergl. Lücke,S. 36, No. 27.)
28. W. S., Füsilier vom 2. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 27, verwundet am 30. August 1870: Gewehr-schuss in den linken Ellenbogen, mit Verletzung desGelenks und des inneren Knorrens des Oberarms. LagNachts unverbunden auf dem Schlachtfeld, wurde dann inmehreren Tagen auf Leiterwagen nach Pont ä Mousson, von dortin 3 Tagen nach Leipzig übergeführt, wo er am 25. Septembereintraf; der Arm war im Drahtkorb in rechtwinkliger Beugunggelagert. Am 4. Oktober: Gypsverband und Karbolsäurelösung.Schon am 4. November 1870 geheilt.
25). J. N., Füsilier vom Holsteinischen Infanterie-RegimentNo. 85, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehr-schuss durch das linke Ellenbogengelenk, mit starkerZerschmetterung des Oberarmknochens. Zunächst imGypsverband behandelt; am S.Oktober ein Stück des Geschossesund Knochensplitter entfernt. Am 28. Dezember 1870 geheilt.
30. Ph. M., Musketier vom 1. Nassauischen Infanterie-Regi-ment No. 87, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Gewehr-
schuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Am10. August im Reservelazareth zu Hanau kleine Knochen-splitter entfernt, Anlegung eines Gypsverbandes; Verband mitPerubalsam; sehr starke Eiterung. Am 29. September neuerGypsverband; in den folgenden Monaten wurden noch mehrmalsKnochensplitter entfernt, besonders aus dem äusserenKnorren.
11. Januar 1871: Wunden geheilt. Bewegung gering,doch ist dieselbe in letzter Zeit durch fleissige Uebung schonbesser geworden.
31. C. V., Grenadier vom 2. Garde-Regiment z. F., ver-wundet am 18. August 1870: Gewehrschuss in das linkeEllenbogengelenk. Kugel tratein zwischen dem innerenKnorren des Oberarms und Hakenfortsatz, und verletztedun Ellennerv. Während der Behandlung wurden mehrmals Ein-schnitte nöthig zur Entfernung von Knochensplittern und Tuch-stückchen, sowie zur Eröffnung von Eiterherden.
Am 26. Januar 1871 geheilt mit massiger Steifheit desGelenks.
32. A. B., Musketier vom 2. Hessischen Infanterie-Regi-ment No. 82, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Gewehrschuss durch das rechte Ellenbogengelenk. Ein-gang seitlich am Hakenfortsatz, Ausgang am Köpfchen derSpeiche, mit Bruch des Oberarmknochens. Am 20. September imReservelazareth zu Fulda viele Knochensplitter entfernt.
Die Heilung erfolgte bis zum 31. Januar 1871 ungestört.
33. Vf. M., Füsilier vom Holsteinischen Infanterie-Regi-ment No. 85, verwundet am 16. August 1870: Gewehrschussdurch den rechten Ellenbogen, Bruch des Oberarm-knocheus. Entfernung mehrerer Knochensplitter. 24. August:Gypsverband. 12. September: Starke Anschwellung, hohesFieber, Irrereden. 14. September: Schüttelfröste, Armbäder,Karbolsäureverband. Nach Ueberstehung eines typhösen Fiebersging die Heilung gut von statten und war am 24. März 1871vollendet; das Gelenk blieb steif.
34. V. S., Musketier vom 2. Posenschen Infanterie-Regi-ment No. 19, verwundet am 1. September 1870 vor Metz:Gewehrschuss in das linke Ellenbogengelenk, mit Bruchdes Oberarmknochens. Eingang der Kugel unter demäusseren Knorren. Ausgang an der hinteren Seite des Gelenks.Am 19. September im Reservelazareth zu Weilburg: Gyps-verband. 26. September: Abnahme desselben wegen starkerSchwellung, Priessnitz'sche Umschläge. 5. Oktober: Gyps-verband, Desinfektion mit Karbolsäure und übermangansauremKali. Vom 22. Oktober an häufige Armbäder.
Am 3. Mai 1871 geheilt; unvollkommene dauernde Steif-heit des Gelenks.
35. R., Einjährig - Freiwilliger vom 3. OstpreussischenGrenadier-Regiment No. 4: Gewehrschuss durch das rechteEllenbogengelenk, mit Zersplitterung des innerenKnorrens des Oberarms. Im Februar 1871 im Reserve-lazareth zu Soest Entfernung des inneren Knorrens, daraufNachlass der Entzündung und Eiterung. Wurde geheilt.
36. M. K., Ulan vom 3. Garde-Ulanen-Regiment, verwundetam l. September 1870 bei Sedan: Gewehrschuss durch das rechteEllenbogengelenk, eindringend am inneren Rande des Haken-fortsatzes, Zerschmetterung des inneren Knorrens.Heilte bis Ende November 1870 mit vollständiger Steifheitdes Gelenks; in Folge eines gleichzeitig entstandenen Bruchesder rechten 8. Rippe blieben Athembeschwerden zurück.
37. J., Musketier vom 4. Posenschen Infanterie-Regiment
No. 59, verwundet am 6. August 1870: Gewehrschuss durch