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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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692
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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.

Band III. Spez. Theil.

I

b

beins und Oberarmgelenks, Splitterbruch der Dornfort-sätze der Brustwirbel, Fleischschuss am Unterkiefer. Im Feld-lazareth Villiers le Bei bestand Jauchung, Splitter wurden heraus-gezogen. Am 6. November Tod nach kurzer Behandlung.

D. Verletzungen des Gelenktheils des Schulterblatts.1. Streifungen.

104. J. M., Füsilier vom Mecklenburgischen Füsilier-Regiment No. 90, verwundet am 2. Dezember 1870 bei Orleans:Gewehrschuss in die linke Schulter bei erhobenem Arm, Ein-tritt unter dem Schnabelfortsatz, Streifung des Ge-lenkfortsatzes des Schulterblattes. Heilung. Befund am2. November 1872: Abmagerung der Muskulatur, Erhebung desArmes unter Mitbewegung des Schulterblattes passiv nur biszur "Wagerechten möglich; Ellenbogengelenk nicht völligbeweglich, Hautgefühl abgeschwächt; der Arm im Ganzenkraftlos.

105. G., Füsilier vom Oldenburgischen Infanterie-RegimentNo. 91, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss. Die Kugel drang 2 cm unterhalb der Gräteund 2'/2 cm nach innen vom äusseren Rande der Schulterhöheein und trat gerade unter dem Gelenk zwischen derselben unddem Schlüsselbein aus; Schultergelenk eröffnet, Gelenk-pfanne und Armgeflecht gestreut. Wurde geheilt mit Steifheitdes rechten Schultorgelenks, theilweiser Empfindungs-losigkeit des Vorderarms, der Rücken- und Ellen-seite der Hand. Zeitig grösstenteils erwerbsunfähig. (Vergl.Berthold, S. 471, No. 12.)

2. Brüche.

106. J. D., Füsilier vom Ostpreussischen Füsilier-RegimentNo. 33, verwundet am 18. August 1870 vor Metz: Gewehr-schuss durch die rechte Schulter. Eintrittsöffnung am Schnabel-fortsatz; Austrittsöffnung nach aussen von dem Schulterblatt mitBruch des Schulterblatthalses. War am 30.Oktober 1870fast geheilt; bei Bewegung des Gelenks noch deutliches Knochen-knarren.

107. G., vom 5. Badischen Infanterie-Regiment No. 113,verwundet am 17. Januar 1871: Gewehrschuss durch das rechteSchultergelenk mit Splitterung des Gelenkfortsatzes.Nach 9 Monaten Gelenk schwer beweglich, ein Fistelgang führtnoch auf abgestorbenen Knochen. (Vergl. v.Beck, S. 584,No. 3.)

108. F. M., Grenadier vom Grenadier-Regiment KönigFriedrich Wilhelm IV. (l. Poramersches) No. 2, verwundet am18. August 1870 bei Ste. Marie aux ebenes: Gewehrschuss durchdie rechte Schulter mit Splitterung des Schulterblatt-halses und der Schulterhöhe. Ende August im Reserve-lazareth Celle starke Gelenkentzündung, Eiterung undAusstossung von Knochensplittern; am 31. August 1870 Schüttel-frost; am 10. September 1870 Absägung der Schulter-höhe, wobei es sich als zweifelhaft erweist, ob das Gelenk ver-letzt ist. Verband mit Karbolsäurelösung. Heilung am 22. No-vember 1870; der Arm ist unbeweglich. (Im V. Bande diesesBerichtes nicht enthalten.)

109. F. R., Füsilier vom 7. Pommerschen Infanterie-Regi-ment No. 54, verwundet am G. August 1870 beiWörth: Gewehr-schuss durch die linke Schulter. Eintritt 2'/a cm unter demSchlüsselbein neben dem Oberarmkopf, Austritt fehlt. Am25. August 1870 im Reservelazareth Köslin starke Eiterung,

erhebliche Schwäche; Geschoss am Schulterblatt herausge-schnitten; es stellte sich Fieber und Bronchialkatarrh ein; am5. September 1870 Nachblutung, die sich wiederholt. Er-schöpfung und Tod.

Sektion: Zertrümmerung des Gelenkfortsatzes desSchulterblattes, blutige Durchtränkung des Armes; Ver-letzung der Art. circumflexa, käsige Herde in den Lungen,grosse Blutleere.

110. A. B., vom G. Pommerschen Infanterie-Regiment No. 49,verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehrschussin die rechte Schulter. Wiederholte Blutung. Tod am 17. Sep-tember 1870 zu Berlin.

Sektion: Jauchung um die Schulter. Schnabelfortsatzmit dem oberen Theil, ferner der äussere Rand mit dem unterenTheil der Gelenkfl äche abgesprengt. Körper des Schulter-blattes gesplittert, üelenkkopf unversehrt. Gelenk vollEiter. (Vergl. IV. Band dieses Berichtes, S. 67, No. III, A. 14.)

111. A. D., verwundet am IG. August 1870 bei Mars la Tourdurch Gewehrschuss. Eingang links vorn, innen von derSchulterhöhe. Ausgang hinten, oberhalb der Gräte. Tod amIG. September 1870 im Reservelazareth Heidelberg.

Sektion: Die Kugel hat den Schnabelfortsatz amGrunde abgesprengt, so dass die Bruchfläche dasSchultergelenk erreicht; das Schulterblatt oberhalb derGräte zertrümmert. Im Gelenk Eiter, in der Umgebung Knochen-wucherungen. Lobuläre Herde in beiden Lungen. (Vergl.Arnold, S. 52, No. 55.)

112. F. S., vom 4. Garde-Regiment zu Fuss, verwundetam IG. August 1870. Eingang 3'/* cm unter dem linken Schlüssel-bein. Ausgang hinten, am unteren Rande des Schulterblattes.Zerschmetterung desselben. Lunge unverletzt. Entfernung vonKnochensplittern aus der hinteren Wunde. S. geht, denArm in einer Mitella tragend, umher. Fieber. Bettlage. AmG. September starke speckige Schwellung des Armes und derSchulter. Tod an demselben Tage.

Sektion: Gelenktheile des Schulterblattes bis aufein Stück des oberen Endes zerstört. Sprung bis zum unterenEnde des Blattes. (Vergl. II. Fischer, Erfahrungen. S. 40,No. 13. Tafel 5. 30.)

E. Schusswunden des Schultergelenks ohne Angabeder getroffenen Theile.

113. F. Seh., Füsilier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regiment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars laTour: Gewehrschuss durch das linke Schultergelenk von hintennach vorn. Vom 26. August ab im Reservelazareth Worms beisehr starker Eiterung Anwendung von Vollbädern; im Septemberund Oktober wurden wiederholt Knochensplitter entfernt. Am24. November war die Heilung erfolgt.

114. E. J., Gefreiter vom 1. Brandenburgischen Ulanen-Regiment (Kaiser von Russland) No. 3, verwundet am 4. No-vember 1870 bei Dreux: Gewehrschuss durch das linkeSchultergelenk von hinten nach vorn. Im Laufe der Behand-lung mehrfach Eröffnung von Eiterherden und Ausstossung vonKnochensplittern.

Am 10. Juni 1871 geheilt. Gelenk steif; Arm der Brustfest anliegend.

115. I. C, Grenadier vom 3. Garde - Regiment zu Fuss,verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Gewehrschussdurch das rechte Schultergelenk von vorn nach hinten. In Folgeder langen, starken Eiterung trat grosse Blutarmuth ein.