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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
683
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Band III. Spez. Theil.

II. Abschnitt: Verletzungen des Schultergelenks.

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nach Zerschmetterung des Gelenkkopfes und der oberenHälfte des Oberannschaftes in Ems so erschöpft eintraf,dass an den Versuch einer Operation nicht mehr zudenken war.

Die von der Verwundung bis zum Tode verflossenenZeiten, desgleichen die Todesursachen sind für sämmtliche66 Gestorbenen in Folgendem zusammengestellt.

1. Zeitdauer bis zum Tode.

Es starben:

am 1. bis 3. Tage nach der Verwundung,, 4. 7. Tage

in

der

2.

Woche

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Summe 50

2. Todesursache.

Es starben au:

Blutung.........2 l )

Brand.......... 2 1 )

akut purulentem Oedem .... 1Kieferklemme und Starrkrampf . 4

Pyämie.........25

Erschöpfung........3

Brustschüssen.......3

selbstständiger Lungenentzündung 2

Nierenentzündung......1

ohne Angabe....... 13

Summe 56

29 dieser Verwundeten erlagen in Lazarethen auf demKriegsschauplatze, 23 in solchen des Inlandes; bei 4 Mannist der Ort des Todes nicht bekannt.

!) Darunter 1 nach vorausgegangener Unterbindung.

Kasuistik.

A. Kapselverletzungen ohne Knochenbetheiligung.

1. F. W., Grenadier vom Kaiser Franz Garde - Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrscliuss in die linke Schulter. Die Kugel wurde an derGelenkfläche des Schulterblattes ausgeschnitten; es be-stand zuerst starke Eiterung, dann folgte, da Knochen anscheinendnicht verletzt waren, rasche Heilung. Am 8. Oktober 1870 ausdem Reservelazareth Lübeck entlassen.

2. H.H., verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrscliuss ins linke Schultergelenk. Eintritt 2 Querfingerunterhalb der Schulterhöhe, Knochen unverletzt, Kapselgestreift, Schwellung der ganzen Gelenkgegend und Schmerzbei Bewegungsversuchen. Austrittsöffnung fehlt. Im Reserve-lazareth Karlsruhe dauernde Eisbehandlung; massige Eiterung;Ende Oktober Wunden geheilt; der Arm kann noch nicht biszur wagerechten Stellung erhoben werden. (Vergl. So ein,Kriegschirurgische Erfahrungen, S. 156, No. 3.)

3. G. R., Unteroffizier vom 3. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 4, verwundet am 19. Januar 1871 hei St. Quentin:Gewehrschuss in die linke Schulter mit wahrscheinlicherEröffnung des Gelenks. Am 25.April 1871 aus dem Reserve-lazarethBerlin geheilt, mit unbeweglichem Gelenk jedoch entlassen.

4. F. A., Musketier vom 3. Westfälischen Infanterie-Regi-ment No. 16, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss in den linken Arm und in das Schultergelenk.Die Kugel steckte in der Nähe der Gelenk fläche. A. wurdeam 15. Januar 1871 geheilt entlassen.

0. IL, Zahlmeister. Schussverletzung des rechten Schulter-gelenks, wahrscheinlich Rinnenschuss des Oberarmkopfes. Ein-schuss hinten dicht unterhalb der Schulterhöhe. Die Kugelwurde vorn, dicht unterhalb des Schulterfortsatzes des Schlüssel-beines, herausgeschnitten. Der Schuss ist offenbar durchden oberen Abschnitt des Gelenks gegangen. Austrittvon Gelenkflüssigkeit und starke Gelenksehwellung. Dieaktive Beweglichkeit ist vollständig erhalten. (Vergl.

v. Langenbeck, Chirurgische Beobachtungen aus dem Kriege.Berlin, 1874. S. 111, No. 6.)

6. G., Bayerischer Soldat. Gewehrschuss durch den Delta-muskel, Streifung des Oberarmknochens, Absprengung derSchulterhöhe. Es blieb zweifelhaft, ob das Gelenk er-öffnet war; Kugel herausgezogen. Im 2.Badischen Feldlazarett!zweimalige starke Blutung aus den Verbindungsästen derArt. transversa scapulae mit der Art. circumflexa; im LazarethKarlsruhe starke Abmagerung. G. wurde geheilt.

7. R. K., Musketier vom 6. Pommerschen Infanterie-Regi-ment No. 49, verwundet am 2. Dezember 1870 vor Paris: Schussdurch die rechte Schulter. Austritt von Gelenkflüssigkeit,Knochen anscheinend nicht verletzt. Wurde mit Karhol säure-verband behandelt; nach Heilung der Wunde am 9. März 1871bestand unvollkommene Steifheit, indem die Bewegungen imSchultergelenk durch Verwachsung der Narbe mit der Gelenk-kapsel stark gehemmt waren.

8. O. C, Füsilier vom 1. Niederschlesischen Infanterie-Regiment No. 46, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Einschuss am Schnabelfortsatz. Ausschuss auf dem Rücken. Am6. September 1871 : Trichterförmig vertiefte Narbe mit derSpitze des Schnabelfortsatzes verwachsen, hinten beweg-liche Hautnarbe. Passive Beweglichkeit des Schultergelenkesist sehr gering. Starkes Knarren fühlbar. Aktiv kann der Arm nurbis zur Wagerechten gehoben werden mit Hilfe von Verschiebungdes Schulterblattes. Geringe Steifheit des Elleubogengelenkes,die Gelenke der Hand sind frei. Die Muskulatur der Glied-maassen ist gut entwickelt. Die Haut der Handfläche zeigt,dass der Arm, wenn auch in beschränktem Maasse, brauchbarist. Ganzinvalide, zeitig grösstentheils erwerbsunfähig. 1874:Dauernd ganzinvalide und theilweise erwerbsunfähig.

9. H. A., Unteroffizier vom 2. Rheinischen Infanterie-Regi-ment No. 28, verwundet am 27. November 1870 bei Amiens:Gewehrschuss durch das linke Schultergelenk vom äusserenRande des Schulterblattes bis dicht unter das Schulterende desSchlüsselbeins. Am 6. Oktober 1871 aus dem ReservelazarethJülich entlassen. Am Arm sind 12 Narben, von Einschnitten zurEiterentleerung herrührend. Schulter-und Ellenbogengelenk steif.

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