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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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571
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Trendelenburgs Charakteristik von Seh.'s Wirken. 571

schwere Aufgabe. Sie arbeiteten nun da, wo die Idee, welchefür sich wie im Morgenroth wohnt, den Widerstand des Wirk-lichen und die Reibung an der Masse erfährt, wo die Kehr-seite der Dinge und der Nothbedarf des Lebens den höhergehenden Gedanken zügelt, wo die Wirkung in die einzelnenMenschen sich verliert und daher das Werk nimmer ganzund voll, nimmer genau und fleckenlos erscheinen kann, wiewohl ein Werk der schönen Kunst den Augen des Beschauenden,wo die Idee des wachsamsten Hüters bedarf, damit nicht die,welche sie durchführen sollen, sie träge oder selbstsüchtiggefährden. Sie arbeiteten da, wo täglich in dem Vielen undKleinen der Geschäfte die eine grosse Idee zu zerbröckelnoder zu zersplittern droht, wo die anscheinend dankbarsteArbeit nicht selten den Undank der Menschen einträgt. Soarbeiteten Sie an einer Aufgabe, an welcher vieles geeignetist, die warme Empfindung zu kühlen und den muthigenSchwung zu lähmen, in welcher unvermeidlich vieles dahinführt,die Idee zu den Dingen herabzudrücken, statt die Dinge zurIdee hinaufzuziehen. Aber auch hier blieben Sie der Sohneiner idealen Zeit und das Grosse und das Ganze blieb Ihnenvor Augen. Vor Allem pflegten Sie liebend die jüngerenKräfte, soweit nur die Mittel reichten, und trösteten und er-müthigten Sie, wo die Mittel fehlten. Innerhalb des weiten"Kreises, welchen Sie mit Ihrer Thätigkeit durchmassen, warenSie bemüht, die schwierigste Kunst, den rechten Mann anden rechten Ort zu stellen, diese staatsmännische Kunst, welchedas Geheimniss und der Vorzug der echten Monarchien ist,selbst zu üben und mit einsichtigem Rath zu fördern."

Solches Wirken und solche Gesinnung hervorzuheben,hielt sich Trendelenburg doppelt verpflichtet in einer Zeit,in welcherder dem Idealen entgegengesetzte Pol am Kompassdes Lebens die Richtung anweise, welche in staunenswertherArbeit, in rastlosem Wetteifer die Welt der Dinge zu ge-winnen suche, zunächst unbekümmert, ob sie dabei auch andem idealen Besitz Schaden nehme, in welcher selbst dieJugend wohl vergesse, was einer der Alten als das Kenn-zeichen ihres Wesens angiebt, dass sie allewege das Schönedem Nützlichen vorziehe". Auch Schulze klagte in seinem