Erstes Capitel.Das Ministerium Eichhorn 1840—1848*).
Der einflussreichste Ratk des Ministeriums Altensteinkonnte nicht ohne Besorgnisse der Regierung FriedrichWilhelms IV. entgegensehen. Er verkannte nicht die mannig-fachen Gaben des neuen Königs und das lebhafte Interessefür das Bildungswesen, das er schon vor seiner Thron-besteigung bethätigt hatte; gegenseitig hatten sie einmal einengünstigen Eindruck von einander bei einer Sitzung des Staats-ministeriums empfangen, in der eine Verordnung über die
*) Der Wechsel, der nach Altensteins Tod in Schulzes Stellungeintrat, schien mir anch eine andere Behandlung der folgenden Ab-schnitte zu gebieten. War bei dem Einfluss, den er auf Gymnasienund Universitäten im Ministerium Altenstein übte, eine eingehendeSchilderung von dessen Wirksamkeit für sie mit seiner Biographie zuverbinden, so sprach gegen eine ähnliche Verbindung für die ZeitFriedrich Wilhelms IV., dass während dieser von der in der Regierungmassgebenden Eichtung Schulze bei Seite geschoben wurde; hierglaubte ich mich daher auf eine Darlegung seiner persönlichen An-sichten, Verhältnisse und Thätigkeit beschränken zu müssen. Leiderbieten hierüber seine Aufzeichnungen und die gedruckten Quellen nichtso viel Aufschlüsse als man wünschen möchte; mehr ausführlicheBaisonnements als detaillirte thatsächliche Angaben hat sein GegnerEilers in der 1849 erschienenen Schrift: Zur Beurtheilung des Mini-steriums Eichhorn und in seiner Selbstbiographie veröffentlicht. Mitihrer Besprechung hat Wendt in den Preussischen Jahrbüchern V,572 ff. eine scharfe Kritik des Ministeriums Eichhorn verbunden, da-gegen Mejer im XL. Bd. derselben Zeitschrift unter Heranziehung wich-tiger ungedruckter Aktenstücke eine bessere Würdigung der Bestre-bungen und Leistungen Eichhorns für die evangelische Kirche anzubahnenversucht; von ihm ist auch andere Literatur über Eichhorn in der All-gemeinen Deutschen Biographie V, 741 verzeichnet.