572 Drittes Buch. Drittes Capitel.
Alter über die Vernachlässigung philosophischer und andererallgemein bildender Studien, über die Zunahme des Specialisten-thums, über die zahlreichen nur an Examen und Carriere den-kenden Studenten; „darum aber" setzte er hinzu, „soll manfortfahren, seine Schuldigkeit zu thun". Und eine neue Auf-forderung zur Pflege der idealen Bestrebungen des deutschenGeistes sah er wie in diesen trüben, so in den freudigstenErfahrungen seiner letzten Jahre, in der politischen Erhebungdes Vaterlands. Stets bemühte er sich, ihm und der Mensch-heit zugleich durch Förderung wissenschaftlicher Arbeit undhumaner Bildung zu dienen, und nicht ohne Frucht blieb,dass er seiner rastlosen Thätigkeit so hohe Ziele steckteund sie Jahrzehnte hindurch mit hingebender Liebe, ernsterGewissenhaftigkeit und gründlicher Sachkenntniss verfolgte.Ueber sein Leben hinaus haben die Männer, die er gefördert,und die Ordnungen gewirkt, die er getroffen hat; als weilte ernoch unter uns, ist sein Name bei den lebhaften pädagogischenStreitigkeiten unserer Tage angerufen und gescholten. Nichtin diesem historischen Buche sind die in ihnen behandeltenpraktischen Fragen zu erörtern; wohl aber dürfte es auch fürihre gründliche Würdigung nicht unwichtig sein, der histo-rischen Entwickelung unserer Bildungsanstalten und desGeistes zu gedenken, in dem für sie und durch sie Schulzeund Altenstein wie Humboldt und Süvern gewirkt haben.