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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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569
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Seh. zeichnet Denkwürdigkeiten auf. Sein Tod. 569

gerichteten Briefe und andere Schriftstücke durch, die er sorg-fältig gesammelt und zum grössten Theil auf dem GeheimenStaatsarchiv deponirt hatte; er Hess einzelne wichtige Acten-stücke sich abschreiben, die sich von seiner Hand in derRegistratur des Ministeriums befanden, und begann zugleichdie Erinnerungen an seine Jugend aufzuzeichnen. Auf 38Foliobogen schilderte er in chronologischer Ordnung seineLehr- und Wanderjahre bis zu seiner Berufung nach Berlin,auf 62 weiteren machte er die verschiedenartigsten Mitthei-lungen über die Thätigkeit, die er hier entfaltet, und dieBeziehungen, in die er hier getreten war. Es ist selbst-verständlich, dass es nicht schwer fällt, die schnell geschrie-benen Aufzeichnungen des mehr als Achtzigjährigen aus anderenQuellen im Einzelnen zu berichtigen und in Vielem zu ergänzen;in hohem Grade dankenswerth ist es, dass er nicht durchRücksichten auf möglichste Correctheit und stilistische Voll-endung sich abhalten Hess, rastlos weiter zu schreiben, solange es noch Tag für ihn war. Er selbst täuschte sichnicht darüber, dass es ihm nicht mehr beschieden sein werde,diesen seinen Denkwürdigkeiten eine Gestalt zu geben, inder sie veröffentlicht werden könnten; am 11. Februar zeich-nete er das Motto auf, das er diesem Buche vorgesetzt sehenwollte und schrieb darunter das Datum und die Worte: Meinesnahen Todes gewärtig. Athembeklemmungen, die schon früherihn oft geplagt hatten, erweckten schlimme Befürchtungen;einen Anfall von Grippe, der Mitte Februar ihn heimsuchte,hielt er sofort für tödtlich. Am Morgen des 20., zwischen5 und 6 Uhr, ist er im 84. Lebensjahr sanft entschlafen.Drei Tage darauf sprach der akademische Prediger, der ihmnoch kurz zuvor im Kreise der akademischen Jugend dasAbendmahl gereicht hatte, vor einer stattlichen Trauerversamm-lung warme Worte zu seinem Gedächtniss*); wie er gewünscht

*) Ein Bericht über die Bestattungsfeier wurde in der ersten Bei-lage zu Nummer 46 der Vossischen Zeitung vom 24. Februar 1869 ver-öffentlicht und dabei auszüglich die Rede Steinmeyers mitgetheilt,deren Wortlaut für Freunde separat gedruckt ist. In der zweiten Bei-lage derselben Nummer sind Worte von Löwe-Calbe, in der erstenBeilage zu Nummer 48 solche von Kochhann erwähnt; die zweite Bei-