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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
Seite
562
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562 Drittes Buch. Drittes Capitel.

eine beträchtliche Zahl von Aldinen. In dem sorgfältig vonSchulze selbst geschriebenen Katalog nahmen die auf Homerbezüglichen ca. 380 Nummern 19 und die Literatur überPlato allein 15 Seiten ein. Es erregte die Bewunderung derFamilie, wie Schulze unter diesen zahlreichen Büchern Be-scheid wusste, von denen er die meisten auch im Dunkelnfinden konnte; wie sein Grossvater Stute, der durch seinVorbild zuerst in ihm die Neigung zum Büchersammelngeweckt hatte, legte er nicht geringen Werth auch aufhaltbare und geschmackvolle Einbände*).

Bedeutendes trug zur Vermehrung seiner Bibliothek auchbei, dass viele wissenschaftliche Autoren ihm ihre Arbeitenübersandten; nicht wenige von ihnen fuhren auch nach seinemRücktritt in gleicher Weise fort ihm ihre Verehrung zu be-weisen. Und gern liess er sich namentlich den Philologengegenüber in briefliche Erörterungen über den Inhalt derSchriften, die sie ihm zugeschickt hatten, und andere sie ge-meinsam interessirende wissenschaftliche Fragen ein; nochlieber war ihm der mündliche Austausch mit befreundetenGelehrten, wenn sie auf Reisen nach Berlin bei ihm vor-sprachen, und besonders hoch schätzte er, dass er dort un-ausgesetzt mit seinen alten Studiengenossen Böckh und KarlKöpke verkehren konnte. Erquickung für Geist und Herz botihm die Abendstunde, die er mit diesem und anderen Freundenzu verplaudern pflegte; für sein gemüthliches Behagen aberwar am wichtigsten die Liebe, mit der seine Söhne ihnumgaben, und seine herzliche Theilnahme an ihren Interessenund Geschicken. Innig freute er sich des jungen Familien-glücks, das er in seinem Hause bei seinem Max erblühen sah,und die Trauer über die harten Schläge, die auch ihm nichterspart blieben, stärkte in Vater und Sohn noch mehr dasGefühl ihrer Gemeinschaft. Zusammen verliessen sie desshalb1865 auch die Wohnung, in der sie am Kupfergraben (Nr. 6)

*j Diese Angaben über Schurzes Bibliothek sind Aufzeichnungenseines Sohnes Max entnommen, der sie, nachdem ihr Ankauf Seitensdes preussischen Staats abgelehnt war, an die Northwestern Universityin Evanston in Illinois verkaufte.