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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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561
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Sein Verhältniss zur Akademie. Seine Studien. 561

ihn bindende Verpflichtung wollte er ihr gegenüber nichtübernehmen, sondern die ihm gegönnte Müsse lediglich freienwissenschaftlichen Studien widmen.

Er hatte solche wie erwähnt auch unter allen ihmobliegenden amtlichen Geschäften getrieben; stets war erzu den alten Freunden seiner Jugend, den griechischen Clas-sikern zurückgekehrt. Aber oft hatte er doch schmerzlichempfunden, dass er im Gedränge der Arbeiten nur wenigZeit für die Beschäftigung mit ihnen" fand; jetzt holte ernach, was er hatte versäumen müssen. Durch Geschäftenicht gestört las er nun früh und spät im Zusammenhangenamentlich Sophokles und Plato, Demosthenes und Thuky-dides; dabei studirte er, was für sie die neuere wissen-schaftliche Forschung geleistet hatte. Neben den philo-logischen beschäftigten ihn besonders philosophische Werke;Kant und Hegel begleiteten ihn auch in die nun häufigeraufgesuchten böhmischen Bäder. Seinen Studien kam wesent-lich zu statten, dass er von Jugend auf die Sammlung einerPrivatbibliothek betrieben hatte; vornehmlich durch geschickteantiquarische Einkäufe hatte er sie so zu vermehren gewusst,dass sie bei seinem Tode über 20 000 Bände zählte, darunterviele werthvolle alte Ausgaben der Classiker, namentlich

erforderlichen Mittel in Aussicht stellte; dankbar erkannten die Aka-demie, der Friedrich Wilhelm IV. die Leitung des Unternehmens über-trug, und namentlich der hauptsächlich für dasselbe thätige Preuss dievon Schulze geleistete Hülfe an. Ausser der Akademie haben auchviele andre gelehrte Gesellschaften Schulze zu ihrem Ehrenmitgliedernannt: 1827 der thüringisch-sächsische Verein für Erforschung desvaterländischen Alterthurns, 1828 die deutsche Gesell schalt in Königs-berg und die schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur, 1835die Gesellschaft für pomrnersche Geschichte, 1836 die historisch-theo-logische Gesellschaft in Leipzig, 1839 die dortige deutsche Gesellschaftzur Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer. In derErfurter Akademie gemeinnütziger Wissenschaften sollte ihm das Prä-sidium übertragen werden; Schulze lehnte dies ab, obgleich Graffunderihn in Erinnerung an Dalberg zur Annahme zu bestimmen suchte,bethätigte dann aber sein Interesse für die von Dalberg begünstigteGesellschaft dadurch, dass er ihr die schon oben S. 166 erwähnte Büstevon diesem überwies.

Varrentrapp, Joh. Schulze. 36