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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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549
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Baumer für classisch-philologische Studien. 549

eine Vorliebe für die classische Philologie bewahrt und nochseine letzten Mussestunden der Beschäftigung mit griechischenund römischen Schriftstellern zugewandt". Es war ihm zweifel-los, dass der Jugend auf den Gymnasieneine tüchtige wissen-schaftliche Ausbildung besonders durch Einführung in dasclassische Alterthum" zu geben sei; ausdrücklich hob er her-vor, nur Beschränktheit könne behaupten wollen, dass diesihrer Erziehung zu gottesfürchtigen Menschen hinderlich sei,als er 1852 in das Ministerium einen neuen Referenten fürdie Gymnasien in der Person Wieses*) einführte. Schulzebedauerte, dass dieser an die Stelle seines alten FreundesKortüm trat; aber so vielfach seine Anschauungen von denenRäumers und Wieses abwichen, gern erkannte er des Ministerseifriges Streben an, die humanistische Bildung zu schützen,die classisch-philologischen Studien auf den Universitätenzu pflegen und bei der Besetzung der Professuren in diesenund andern Fächern die wissenschaftlichen Leistungen derCandidaten und die Urtheile der Sachkenner 'besonders zuberücksichtigen. Wurde Raumer, wie erwähnt, durch seineund seines Königs kirchliche und kirchenpolitische Anschau-ungen zu manchen von Schulze beklagten Massregeln be-stimmt, so folgte er dagegen, wo solche Interessen nicht inFrage kamen, gern dem Urtheil des Rathes, dessen genaueBekanntschaft mit allen sachlichen und persönlichen Ver-hältnissen seines Decernats, dessen Fleiss und Geschäfts-gewandtheit ihm Achtung und Sympathie einflössten. ErHess es sich gefallen, dass dieser rückhaltlos oft eine vonder seinen abweichende Ansicht aussprach; er war ihm dank-bar für die werthvolle Unterstützung bei der Unterrichts-verwaltung, die er wieder in sichere Bahnen leiten wollte,bei der Erfüllung der schweren hier ihm obliegenden Pflichten,denen er mit strenger Gewissenhaftigkeit gerecht zu werdenstrebte.Verglichen mit Eichhorn, sagt Wiese von ihm**),ging er überaus nüchtern und mit einer Vorsicht zu Werke,die sich nirgends des Vorwurfs schuldig machen wollte, den

*) Vgl. dessen Lebenserinnerungen I, 165.**) Ebenda S. 178.