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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
Seite
548
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548 Drittes Buch. Zweites Capitel.

Berufung ein und setzte 1853 sie wirklich durch. Und imfolgenden Jahr gelang ihm auch Jahn und Mommsen fürPreussen, diesen zunächst für Breslau, jenen für Bonn zugewinnen; Beide dankten ihm besonders für die Art, inwelcher ihre Angelegenheit behandelt sei. Jahn hatte alteBeziehungen zu Schulze und ihn früher auch auf die Arbeitenseiner Freunde Haupt und Mommsen ausdrücklich hingewiesen;als dann aber seine eigene Berufung in Frage kam, hatte erlange Schulze gegenüber geschwiegen, weil er auch denSchein vermeiden wollte in ihn zu dringen. Jetzt aber, nach-dem die Entscheidung gefallen war, dankte er ihm herzlich*)nicht allein für die Abwehr der Noth, sondern für das Zeug-niss des Vertrauens und der Zuneigung", das er in SchulzesEintreten für ihn erblickte.Eine besondere stille Freude,setzte er hinzu, war es mir, dass ich nicht als Archäolog,sondern als Philolog und Archäolog berufen bin, weil ichüberzeugt bin und immer mit grossem Eifer gelehrt habe,dass es keine Soloarchäologie gibt und wer sich ausschliess-lich mit der alten Kunst beschäftigt, zum Dilettantismusherunterkommen wird".

Dassalle Schwierigkeiten und Bedenken, welche sichder Berufung dieser drei Gelehrten ersten Ranges entgegen-stellten, unverdrossen und muthig" durch Raumer bekämpftund überwunden wurden, hat Schulze als ein grosses Ver-dienst von ihm nachdrücklich hervorgehoben, und nicht alleinin diesem Falle zeigte sich, dass trotz aller Verschiedenheitihrer Auffassung Beide auch in vielen wichtigen Punkteneinverstanden waren und gern und erfolgreich mit einanderarbeiteten. Sie hatten sich, wie Schulze bald nach desMinisters Tod an Ritschi schrieb**), zuerst auf dem Gym-nasium in Stettin gesehen,wo ich ihm, dem Tertianer, durchmein Kopfschütteln bei fehlerhaftem Lesen seiner MitschülerFurcht eingeüösst hatte"; von dort war Raumermit einergründlichen Vorbildung im Griechischen und namentlich imLateinischen abgegangen und hat sein ganzes Leben hindurch

*) Am 23. Nov. 1854.**) Am 3. Februar 1860 bei Eibbeck II, 539.