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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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546
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546 Drittes Buch. Zweites Capitel.

fassen gegen die dissoluten, vorlauten und zersetzenden Ele-mente des preussischen Wesens, die in der negativen Seitedes Protestantismus unablässig Schutz und Halt suchen".Desshalb begegnete der Minister der katholischen Kirche mitausgesprochenem Wohlwollen;mehr empfänglich für fertigeund abgeschlossene Gestaltungen als für flüssige noch nachForm und Ausdruck ringende Erscheinungen, wie ihn seinVerehrer charakterisirt, konnte er ihrem festen Lehrinhalt,ihrer starken und ausgebildeten Verfassung, ihrer straffenDisciplin seine Anerkennung nicht versagen". Hiernach istes zugleich begreiflich, dass er auch hinsichtlich der evan-gelisch-theologischen Facultäten nicht auf Schulzes Ansichthörte; wie er diesem selbst erklärte, erkor er vielmehr fürsie Hengstenberg zu seinem Rathgeber und förderte dadurchan den preussischen Universitäten und in der evangelischenKirche Personen und Verhältnisse, gegen die öffentlich auf-zutreten auch Friedrich Wilhelms IV. alter Freund Bunsensich verpflichtet fühlte.

Dass durch die kirchliche und politische Reaction inPreussen sein Ansehen in Deutschland geschädigt wurde,empfand auch Schulze besonders schmerzlich; mit Bedauernsah er auf manche unter ihrem Einfiuss beschlossene Mass-regeln, sah er in Folge dieser Verhältnisse auch Max Dunckeraus Preussen nach Süddeutschland ziehen, in dessen Thätig-keit in Halle er wohl ein geeignetes Gegengewicht gegendie Leos erblickt*), dessen philosophische und philologisch-historische Bildung, dessentüchtige und gesunde" Persön-lichkeit er schon 1845 in einem Brief an Göttimg warmgerühmt hatte. Kaum Hess sich damals schon ganz er-messen, wie werthvoll es für die weitere Entwicklung, fürdie neue politische Erhebung des deutschen Volkes werdensollte, dass nun gerade an ausserpreussischen UniversitätenDuncker und sein Freund Droysen, für den Schulze eben-falls sich lebhaft interessirte und den er gern wieder für

*) Eben desshalb ist von Nasemann im IV. Bande des XLV. Jhrgs.der Grenzboten S. 362 f. vevmuthet, dass Schulze Duncker zur Habili-tation in Halle veranlasst habe; vgl. auch Brode in dem IX. Jhrg. desBiographischen Jahrbuchs für Alterthumskunde S. 154.