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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Katholische Geschichtspiofessuren. 545

er seine Begabung anerkannte, sich nicht zu entscheidenwagte, weil ein katholischer Rath ein Buch des Betreffendenfür akatholisch erklärte.Und dabei, schrieb Schulze*), be-willigt man keine neue Fonds, um zwei Professoren der Ge-schichte d. h. einen Katholiken und einen Protestanten an-ständig besolden zu können". Auch der Minister konnte sichdas Gewicht der Gründe nicht verhehlen, mit denen seinvortragender Rath die neue Anordnung vor und nach ihremErlass bekämpfte; in vertraulichem Gespräch suchte er ihn,wie Schulze berichtet,dadurch zu trösten, dass er mich auf-forderte, Gott dafür zu danken, dass er nicht noch mehr habenachgeben müssen".

So sehr er in diesen und anderen Fragen das Verfahrenseines Chefs beklagte, so glaubte Schulze doch behauptenzu dürfen, dass Raumermit Klarheit und Festigkeit aufdem Boden des Protestantismus stand, wie es einem gutenPommern geziemt"; aber eben bei diesen seinen pommerschenTraditionen fehlte es ihm an Kenntniss und Verständniss derkatholischen Verhältnisse und auch auf deren Behandlungübte einen verhängnissvollen Einfluss seine und seines KönigsAuffassung der ihnen nach den Erschütterungen der Revo-lution obliegenden Aufgabe, das Ansehen der historischenAutoritäten wiederherzustellen. In einer Verteidigungs-schrift für Raumer**) wird als der Gedanke seiner Ver-waltung das Streben bezeichnet,unter Festhalten an denpositiven Grundgedanken der Reformation die gewaltigenMächte der Autorität, Zucht und Erhaltung, welche derKatholicismus birgt, für den Staat und seine Aufgaben frucht-bar zu machen und sie als Correctiv und Gegengewicht zu

*) Am 3. März 1855 an Göttüng. Noch ausführlicher begrün-dete Schulze seinen Tadel der Massregel in verschiedenen Briefen anRitschi vom 27. Juli 1856, 9. Dec. 1858 und 15. Jan. 1861, auf denendie oben gegebene Darstellung beruht.

**) In den anonym von Bindewald zuerst in der Kreuzzeitungund dann mit Erweiterungen 1860 in Berlin bei Hertz veröffentlichtenAufsätzen:Der Staatsminister von Räumer und seine Verwaltung desMinisteriums", gegen die dann lebhaft Eilers in einem ausführlichenSchlusswort zum VI. Bande seiner Selbstbiographie polemisirt hat.

Varrentrapp, Job. Schulze. 35