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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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524 Drittes Bach. Erstes Capitel.

standen, zu Massregeln, durch welche Vertreter wissenschaft-licher Forschung und humaner Bildung verletzt und deren'Gegner begünstigt wurden.

Es ist bekannt, wie' sehr die ultramontanen Bestrebungendurch die Art, in der die neue Regierung den Kölner Streitbeilegte, durch die Zugeständnisse, die sie dem gewandtenNachfolger Drostes machte und durch Geisseis Verwaltungin Köln gestärkt sind*), wie verhängnissvoll in gleicherRichtung auch die 1841 erfolgte Einrichtung einer besonderenAbtheilung des Ministeriums für katholische Kirchenangelegen-heiten gewirkt hat**). Gleichzeitig wurde nun auch eineigener Referent für die katholischen Gymnasien im Mini-sterium bestellt, während bisher Schulze mit dem Vortragüber alle Gymnasien betraut gewesen war. Es hatte ihmbesonders am Herzen gelegen, auch die Bildung der katho-lischen Bewohner Preussens, für die er einst schon in Coblenzgewirkt hatte, zu fördern; wie erwähnt, hatte er dabei weit-gehende Rücksicht auch auf die confessiouellen Verhältnissegenommen und in Berlin wie in Coblenz sich bemüht mitden katholischen Geistlichen, mit denen er zu verkehren hatte,ein friedliches Verhältniss zu pflegen; aber zugleich hattenalle Erfahrungen seiner amtlichen Thätigkeit ihn in derUeberzeugung bestärkt, wie nothwendig es gerade auch imInteresse der Katholiken Preussens sei, die Rechte des Staatsin der Schulverwaltung energisch zu wahren. Für diese undfür die unbefangene sachliche Beurtheilung der einzelnen zuerörternden Fragen schien es ihm bedenklich zu sein, wennschon bei der Bestellung des Referenten über sie im Mini-sterium anderweitige, confessionelle Rücksichten sich geltendmachten; er beklagte desshalb die neue Einrichtung, die bei-behalten wurde, auch als Eichhorn 1842 an Schulzes StelleKortüm mit dem Vortrag über die evangelischen Gymnasienbetraute.

*) Vgl. namentlich Friedberg, Die Grundlagen der preussischenKirchenpolitik unter Friedrich Wilhelm IV. (Lpzg. 1882) S. 48 ff. unddie Würdigung Geisseis in Sybels Historischer Zeitschrift XXXI, 136ff.**) S. hierüber besonders auch Mejer in den Preussischen Jahr-büchern XL, 195 f.