Eichhorn. Eilers. 523
eignet waren, beantragte er, wie sein Verehrer Eilers*) er-zählt, ihre Entfernung. Der König war mit ihm einverstanden,Hess sich aber durch die Vorstellungen eines Cabinetsmini-sters, der besorgte, dass durch eine weitgehende Aenderungdes Personals des Ministeriums „die ganze Beamtenhierarchieerschüttert würde", bestimmen auf sie zu verzichten. Nach-drücklich betont Eilers, dass daraus die grössten Schwierig-keiten für den Minister entsprangen; sie wurden von diesemselbst gesteigert durch die Behandlung, die er seinen Räthenwiderfahren liess. Eilers selbst hat ausgeführt**), wie diesedurch die Stellung verletzt wurden, die ihm Eichhorn indem Ministerium anwies; wer seine späteren Erörterungenüber seine und seines Ministers Bestrebungen und zugleichseine früher aus Kreuznach und Coblenz an Schulze gerich-teten Briefe gelesen hat, wird begreifen, dass namentlichdieser mit Schmerz und Unwillen die Thätigkeit von Eilersbetrachten musste, bei dem auch ein ihm wohlwollender Be-urtheiler***) den Mangel an Klarheit hervorgehoben hat.In seinem Gegensatz gegen die realistischen Tendenzen derZeit, in seinen Klagen über die zu hohen Anforderungen, diean die Schüler der preussischen Gymnasien gestellt würden,und in der Auffassung ihrer Aufgabe hatte Eilers mancheBerührungspunkte mit Thiersch, dem auch Friedrich Wil-helm IV. öfters in warmen Worten seine Anerkennung aus-gesprochen hatf); aber während Thiersch alle seine Gedankenund Kräfte der Förderung freier humaner Bildung widmeteund entschieden all ihren Feinden entgegentrat, führte denpreussischen König, seinen Minister und dessen Vertrauens-mann ihr Kampfeseifer gegen Hegelianismus, Rationalismusund andere Richtungen, die der von ihnen gewünschtenKräftigung eines lebendigeren christlichen Geistes im Wege
*) In seiner Selbstbiographie VI, 138.**) Ebenda IV, 62 ff.***) Jäger in der Allg. Deutschen Biographie V, 757. Ob für Eich-horn Eilers „eine richtig ergänzende Kraft" war, bezweifelt bei allerihm gezollten Anerkennung auch Mejer in den Preussischen Jahr-büchern XL, 199 f.
t) S. seine Briefe im Leben Thierschs II, 520 f. 522 f. 548. 556.