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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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522
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522 Drittes Buch. Erstes Capitel.

Wie bei der Berufung Schellings Bunsen, so war beider Dahlmanns und der Brüder Grimm Bettina von Arnimbesonders thätig; es erschien Schulze nicht unbedenklich, dassder König solche Verhandlungen durch andre Persönlichkeitenals die amtlich zu ihnen Berufenen betrieb. Noch schmerz-licher aber empfand er, wie unter der neuen Regierung dieVerhältnisse im Ministerium selbst gestaltet wurden. Anseine Spitze wurde im October 184 0 Eichho rn gestellt. Erhatte einst am Rhein freundschaftlich mit Schulze ver-kehrt und zu seiner Berufung nach Berlin mitgewirkt; wieSchulze hatte er unter allen Schwierigkeiten, die auch ihmdie Metternichsche Politik bereitete, durch seine Thätigkeit alsMinisterialreferent über die deutschen Angelegenheiten sichum Preussen und Deutschland grosse Verdienste erworben.Alexander von Humboldt glaubte danach, als er von seinerErnennung hörte, Schulze persönlich zu diesem neuen Vor-gesetzten Glück wünschen zu sollen; er war überrascht, alsSchulze solchen Glückwunsch ablehnte; kaum war ein Jahrverflossen, als er ihm ausdrücklich eingestand, völlig seienseine Befürchtungen durch das Verhalten des neuen Ministersgerechtfertigt. Schulze verkannte bei ihm so wenig als beidem König den guten Willen, den Beide für die Förderungder Bildungsanstalten hegten; aber bei Beiden vermisste erdie richtige Einsicht in ihre Lebensbedingungen und die er-forderliche Ruhe, beklagte erden stürmischen Werdedrangzu neuen noch nicht gereiften Schöpfungen" und ihreehr-lich gemeinte, aber unklare Neigung zu hyperorthodoxen undpietistischen Richtungen". Auch der alte Freund Schleier-machers glaubte vor allem diePjachensaat d^He^elschenPantheismus", wie sein Monarch sich ausdrückte, bekämpfenzu müssen; da zur Durchführung seiner Absichten die mass-gebenden Räthe seines Vorgängers nicht geneigt und ge-

zunächst auch, noch unter Friedrich Wilhelm IV. auf Schwierigkeitenstiess, zeigt namentlich sein ebenda I, 423 abgedruckter Brief anW. Grimm, in dem auch ein Schreiben von Schulze erwähnt wird; aufSchulzes 1821 über Dahlmann gefälltes Urtheil wies ich schon in denPreussischen Jahrbüchern LV, 497 hin.