Berufung der Brüder Grimm, Dahlinanus und Schellings. 521
liehen Portschritts und der weiteren Entwicklung des vonihm Begonnenen geliefert und aus dem Kreis seiner Vor-lesungen wesentliche philosophische Disciplinen z. B. die Logikausgeschlossen habe; nach dem, was über Inhalt, Form undWirkung seiner Vorlesungen bekannt geworden, sei zu be-sorgen, dass es ihm bei seinem vorgerückten Alter nicht ge-lingen werde, auf die wissenschaftliche Richtung von Studi-renden einer evangelischen Universität so wohlthätig, gründlichbildend und gestaltend einzuwirken und einen solchen be-deutenden Einfluss zu behaupten als seine philosophischenVorgänger und der auf dem Gebiete der Philosophie späteraufgetretene Hegel. Schulze war, als er diese Sätze in demvon ihm entworfenen Bericht an den König*) niederschrieb,mit durch den Eindruck bestimmt, den er bei dem persön-lichen Besuch einer Schellingschen Vorlesung in Münchenim vorhergegangenen Sommer empfangen hatte; die damalsvon ihm geäusserte Besorgniss theilte jetzt auch Alexandervon Humboldt, der 1835 Schelling gern nach Berlin gezogenhätte; 1840 sprach er die Furcht aus, dieser werde „wahr-scheinlich nur kommen, um hier das fünfte Weltalter mumien-artig zu vollenden". Und nachträglich erklärte auch Bunsen,durch den der König die Verhandlungen mit Schelling führenHess, dass er die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht er-füllt habe**).
*) Vgl. oben S. 442.
**) Vgl. Nippolds Bearbeitung des Lebens Bunsens II, 133 ff, wointeressante Mittheilungen auch über andere Berufungen dieser Zeitund Arndts Reactivirung gemacht sind. Die ersten Verfügungen derneuen Regierung sind in den Materialien zur BegierungsgeschichteFriedrich Wilhelms IV". (Königsberg 1S45), Humboldts Aeusserungen überSchelling und die Göttinger Sieben von Dove (Humboldt II, 316 ff.)zusammengestellt; die Geschichte der Berufung der. Brüder Grimm undDahlmanns haben ausführlich Wendeler in seiner Ausgabe des Brief-wechsels von Meusebach mit Jacob und Wilhelm Grimm S. 255 ff. undSpringer, Leben Dahlmanns II, 97 ff. behandelt. Aus dem Brief vonGervinus an Dahlmann vom 30. December 1837 (in dem von Ippelherausgeg. Briefwechsel II, 155) ergiebt sich, dass Schulze den GöttingerSieben rieth sich mit einer Petition an Friedrich Wilhelm III. zu wendenuud Humboldt dies billigte; begreiflicher Weise wollten darauf Ger-vinus und Dahlmann nicht eingehen. Dass des Letzteren Berufung