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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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485
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Kronprinz gegen F. Ch. Baur. Rothe. Vatke. 485

stein sich erstatten Hess, die Unhaltbarkeit der in demSchreiben des Kronprinzen aufgestellten Behauptungen dar-gethan, nachgewiesen, wie durch ihr Parteitreiben die Pie-tisten die Sache schädigten, der sie dienen wollten, und indiesem Zusammenhang auch das Bedenkliche ihrer Agitationengegen Baur hervorgehoben; doch erreichten dessen Gegner,dass von seiner Berufung Abstand genommen wurde. Schulzewünschte darauf der Haller Facultät Richard Rothe zuzu-führen, dem schon früher von ihm wie von den anderen mass-gebenden Männern des Ministeriums Wohlwollen und Ver-trauen bekundet waren*); er Hess ihm im April 1837 durchTholuck schreiben, dass wenn ihm darum zu thun wäre, dieProfessuren in Greifswald und Halle ihm nicht entstehenwürden. Aber der Mittheilung, dass er diesen Auftrag aus-geführt, fügte Tholuck hinzu, es sei Rothes Grundsatz nichtszu suchen, sondern sich suchen zu lassen*'*); so unterliesser auch die von Schulze gewünschte Eröffnung, zumal da er,wie dieser bemerkt, „fürchtete, mit einem Mitgliede der Fa-cultät nicht in Frieden leben und wirken zu können", undfolgte einem Ruf nach Heidelberg. Schmerzlich empfandSchulze auch die Schwierigkeiten, die sich in Berlin der Be-förderung des von ihm besonders geschätzten Vatke entgegen-stellten; er musste sich darauf beschränken, seine Ernennungzum ausserordentlichen Professor ohne Gehalt durchzusetzen;sie wurde von Altenstein 1837 während einer Badereise desKronprinzen vollzogen ***).

Bei keiner anderen Facultät, sehen wir, hatten Schulzeund sein Minister mit so vielen Hindernissen zu kämpfen,als bei der theologischen; auf die Durchführung vieler ihnenbesonders werther Gedanken mussten sie verzichten, vieleharte Angriffe wurden namentlich von pietistischer Seitegegen sie gerichtet. So ist denn auch von Tholuck beklagt,dass Altenstein „nicht dieselbe Energie christlicher Gesinnung

*) Vgl. Nippold, Rothe I, 333. 462 ff.**) S. Tholucks Brief an Schulze vom 12. April 1837 im Ge-heimen Staatsarchiv. Vgl. Nippold, Rothe II, 88.

***) Vgl. Benecke, Vatke an den im Register s. v. Schulze aufge-führten Stellen, namentlich S. 269 ff.