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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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484
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484 Zweites Buch. Drittes Capitel.

land 1834 besucht und der nachdrücklich die BestellungTwestens zum Nachfolger Schleiermachers gebilligt hatte.Auf derselben Reise aber hatte Schulze durch das Höreneiner Vorlesung bei Baur und ein Gespräch mit ihm sichnoch mehr davon überzeugt, wie wünschenswerth der Ge-winn des grossen Tübinger Theologen sein würde; er regtedesshalb auf das Neue seine Berufung nach Preussen an, als1836 Ullmann zum Bedauern des Ministeriums, von dem ersieben Jahre zuvor nach Halle berufen war und von demseine erfolgreiche Lehrthätigkeit und seine den Extremenabholde positive Richtung warm anerkannt wurden*), inseine badische Heimath zurückkehrte. Aber auch dieses Malstellten unüberwindliche Hindernisse sich der Berufung Baursentgegen; besonders wurde jetzt sein Verhältniss zu Strauss**),dessen Leben Jesu kurz zuvor erschienen war, gegen ihngeltend gemacht. Hengstenbergs Kirchenzeitung griff ihndesshalb an, Tholuck erklärte sich gegen ihn***) und derKronprinz schrieb an Altenstein, er könne unmöglich glauben,dass es seine Absicht sei, Baur nach Halle zu berufen, „oderSie müssen nicht wissen, dass er sich neuerdings den An-sichten eines Dr. Strauss ganz angeschlossen hat". Er for-derte dringend, dass der Minister in diese Universität, in derTholuck in Verkündigung des schriftgemässen Worts alleinstehe, während „zwei Drittel der Studenten Grundsätze ein-saugten, die dem Rationalismus (dem Machwerk menschlicherSatzungen und Meinungen), nicht aber dem lauteren WortGottes" angehörten, Männer sende, welche „den alten seit18 Jahrhunderten bewährten Glauben mit Geist, Feuer undKraft vertheidigten". Allerdings wurde in einem eingehendenBericht, den aus Halle über die dortigen Verhältnisse Alteu-

*) S. Beyschlags Biographie von Ullmann im Ergänzungsheft zudem Jhg. 1867 der Theologischen Studien und Kritiken S. 3Dff., derhier S. 34 namentlich auch U's. und des Ministeriums Uebereinstimmungin dem Hallischen Streit hervorhebt.

**) Als ein „feiner sinniger Kopf", der für die Zukunft Beach-tung verdiene, war Strauss 1834 von Schulze in seinem Bericht überseine Reise nach Süddeutschland bezeichnet.***) Vgl. Witte, Leben Tholucks II, 579 ff.