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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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479
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Altensteins Denkschrift vom 10. August 1830. 479

Beschuldigung durch Schilderung der dringenden Gefahr so-gleich auf das Einschreiten zu lenken" suche. Er wolltedarum keineswegs solche Anklagen unbeachtet gelassenwissen; indem er eingehend darlegte, wie schwierig es sei,factisch festzustellen, ob und inwieweit ein Lehrer der Theo-logie einen für das Dogma der Kirche oder die Bildung derkünftigen Geistlichen gefährlichen Einfluss übe, zeigte er zu-gleich, mit welchem Ernst und welcher Sorgfalt er die vonden Agitatoren der Kirchenzeitung aufgeworfenen Fragengeprüft, durch seine umsichtigen Erwägungen, die dann aller-dings zu einem von ihrer Ansicht sehr abweichenden Er-gebniss führten. Er machte darauf aufmerksam, dass dieAufforderung, der drohenden Gefahr entgegenzutreten, nichtvon den Organen der Kirche, den theologischen Facultäten,den Consistorien und General-Superintendenten, sondern voneiner Richtung ausgegangen sei, welche die bestehende Kircheselbst, wenn sich solche nicht unbedingt zu den Lehren desPietismus bequeme, mehr oder weniger der Abweichung vondem Dogma und des Rationalismus beschuldige, während vonkirchlichen Stimmen eine Besserung des Zustandes, eine Zu-nahme nicht nur der wissenschaftlichen Bildung, sondernauch der Glaubensfestigkeit der Geistlichen bezeugt werde.Hielt er danach die Besorgnisse, die über die Verbreitungdes Unglaubens unter den künftigen Geistlichen in derKirchenzeitung geäussert waren, nicht für begründet, sowollte er doch nicht das Vorhandensein bedenklicher Er-scheinungen leugnen; aber für ihre Bekämpfung und für dieBelebung kirchlichen Sinnes unter den Theologen schienenihm andere Mittel viel geeigneter zu sein als ein directesEinwirken auf die Professoren und Strafmassregeln gegenVertreter einer Irrlehre, da solche meist ihren Zweck ver-fehlten und ein Misstrauen in die siegreiche Kraft der ihnengegenüberstehenden Lehre verriethen. Der Zweck der Uni-versität, erklärte er dabei, sei nicht, dass hier erst den Stu-direnden der christliche Glaube beigebracht werde; es kommevielmehr darauf an, „dass sie dort eine wissenschaftlichetheologische Bildung, wie solche der Dienst der Kirche er-heischt, erhalten. Der evangelische Glaube kann dadurch bei