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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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474
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474 Zweites Buch. Drittes Capitel.

Anschauungen Ausdruck gab, hat er mehrfach auch dieSchwierigkeiten gesteigert, mit welchen das Ministerium beiBehandlung der evangelisch-theologischen Faeultäten zu ringenhatte. Wie Altenstein 1828 in einem Brief an Neander*)aussprach, fühlte er „ausser der Pflicht, als Aufsichtsbehördeder Universität und der theologischen Facultät der Univer-sität in solcher, dieser Schutz für eine echt wissenschaftlicheFreiheit innerhalb der Fundamente, auf welche die evange-lische Kirche im Staate sich gründet, zu gewähren, auch dieVerpflichtung, dafür zu sorgen, dass die künftigen Seelsorgerden Anforderungen des Staates an die Diener des Staatesso wie die Gesetze und Anordnungen des Staates solches vor-schreiben genügen und dass solche auch für die Zeit, dienicht ausbleiben wird, wo neue Angriffe auf Wegen, die jetztnoch kaum geahndet werden, erfolgen können, auch wirklichgerüstet sind, diese Angriffe siegreich zu bekämpfen, und dassaus den Bildungsanstalten Theologen hervorgehen, die künftigals Mitglieder theologischer Faeultäten unter allen Verhält-nissen gerüstet sind, die Wahrheit würdig und kräftig zuverfechten und das Heilige zu fördern". Dass die Aufgabe,die so der Minister als sein Ziel hinstellte, bei den mannig-fachen Verwicklungen des wissenschaftlichen und kirchlichenLebens nicht ohne Reibungen durchzuführen war, dafür lieferteinen Beleg der Anlass, bei dem er diese für ihn nach In-halt und Form bezeichnenden Worte niederschrieb. Sie solltenNeander aufklären und beruhigen, da er und die Mehrzahlseiner Facultätsgenossen sich durch Erklärungen des Mini-steriums in einem Streit, der zwischen ihnen und Marheinekeentstanden war, verletzt glaubten. Durch die gemeinsameVerehrung für Hegel waren dieser und Schulze besondersnahe zusammengeführt; gerade desshalb warfen Schleiermacherund Neander dem Ministerium eine parteiische Begünstigungder Hegeischen Richtung vor. Solcher Annahme trat nunAltenstein entgegen, indem er unter warmer Anerkennungvon Neanders Leistungen und Gesinnungen ihn auf die das

*) Auch dieser Brief Altensteins vom 20. December 1828 findetsich unter seinen Papieren im Geh. Staatsarchiv.