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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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473
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Katholische Theologen. 473

dings wurde im folgenden Jahre der Angriff, den der Mün-ster'sche Capitelsvicar Clemens August von Droste-Vischeringgegen die Bonner Universität und das Recht des Staatesunternahm, von Altenstein energisch und erfolgreich zurück-gewiesen; nach Spiegels Tode aber wurde dann eben dieserstarrsinnige Gegner des „Vernunftstolzes" der deutschen Theo-logen und der Bestimmungen des preussischen Landrechts überden Einfluss des Staates in Kirchen- und Schulsachen zum KölnerErzbischof erhoben und begann als solcher sofort den Kampfgegen die Bildungsbestrebungen, die sein Vorgänger und dieStaatsregierung in friedlichem Einvernehmen zu fördern sichbemüht hatten, insbesondere gegen die verhassten Herme-sianer der Bonner theologischen Pacultät. Das Ministerium,das schon 1824 in einem nach Breslau gerichteten Schreibenerklärt hatte, es wünsche nicht einen Vorschlag, der gegendie Rechtgläubigkeit der Facultät Zweifel erwecken könne,machte in dem Streben, solchen Zweifeln vorzubeugen, demneuen Kölner Erzbischof bedenklichste Zugeständnisse: erist durch sie nicht versöhnt, vielmehr nur zu weiterer hart-näckiger Vertretung seiner Ansichten ermuthigt, die endlichjede Möglichkeit einer Verständigung ausschloss. Besondersschmerzlich musste auch Schulze nach seinen früheren Be-ziehungen zu hervorragenden Katholiken und nach seinen Be-mühungen in Coblenz und Berlin für die Bildung der katho-lischen Rheinländer die schwere Schädigung empfinden, welchedie von ihm vertretenen Interessen durch die ErnennungDrostes und ihre Folgen erfuhren.

Dass trotz aller Bedenken, die gegen ihn sprachen, zurUeberraschung selbst der römischen Curie ihr fanatischerVorkämpfer an die Spitze des wichtigen preussischen Erz-bisthums gestellt wurde, ist wohl vor allem aus der Bewun-derung zu erklären, die seiner asketischen Richtung der preus-sische Kronprinz zollte; durch die Art, in welcher dieserseinem Gegensatz gegen alle ihm rationalistisch dünkenden

nach Berliner und Bonner Akten Drostes Conflict mit Altenstein indem J. 1820 u. S. 406 ff. dessen Beziehungen zu Spiegel dargestellt hat,und die aus Schöns Papieren V, 159 ff. 268 ff. und in der DeutschenRevue VII Jhg. (1882) Bd. IV, S. 284 ff. veröffentlichten Aktenstücke.