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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Evangelisch-theologische Facultäten. 475

Ministeriuni leitenden Grundsätze hinwies; auch Schulze, be-tonte er, sei „überzeugt, dass gleicher Schutz allen echtfrommen und echt wissenschaftlichen Ansichten bei derenwürdiger Haltung gebühre". Und in der That haben er undsein Minister bewährte und aufstrebende Theologen verschieden-ai'tiger Richtungen unterstützt. Schleiermacher fand in derHaltung Hegels und seiner Anhänger, zu denen nun auchsein alter Haller Schüler zählte, und in manchen Massregelnder Regierung auf kirchlichem wie auf politischem Gebietnur zu begreiflichen Anlass zu Klagen; oft äusserte er dess-halb in vertrauten Briefen seine Missstimmung*); danebenaber darf nicht unbeachtet bleiben, dass durch das MinisteriumAltenstein doch nicht nur die zu verschiedenen Malen derBerliner Universität drohende Gefahr eines Verlustes Schleier-machers abgewehrt ist, sondern auch ihm nahestehende Theo-logen bei der Stiftung der Bonner Hochschule und späterbesonders berücksichtigt sind. In dem Entschluss, aus ihrerZahl auch Schleiermachers Nachfolger zu wählen, einigtensich Schulze und Altenstein schliesslich mit Neander, dembei dieser Gelegenheit wie in dem oben erwähnten Brief derMinister nachdrücklich seine Hochachtung und Sympathie be-kundete. In Halle ist nach dem Tode Knapps als sein Nach-folger Tholuck bestellt und das Ministerium hielt, trotzdemdie ordentlichen und ausserordentlichen Professoren der Theo-logie in Halle gegen seine Ernennung protestirten, weil erkurz zuvor öffentlich sich gegen den in Halle herrschendenRationalismus ausgesprochen, an seiuer Berufung fest. Schulzesah in den Erklärungen, die Tholuck bei diesem Anlass ab-gab, ein Zeugniss seiner „Reinheit und der sich bewusstenKraft einer würdigen Haltung"; er und sein Ministerwünschten und hofften, dass der geistvolle junge Theologe,dem sie schon die ersten Schritte auf der akademischenLaufbahn in Berlin erleichtert hatten, ein besonders geeig-netes Gegengewicht gegen die auf entgegengesetztem Stand-

*) So an zahlreichen Stellen des vierten Bandes der Briefe ausseinem Leben, in seinem Briefwechsel mit Gass S. 209 und mit Twestenbei Heinrici S. 389.