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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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470
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470 Zweites Buch. Drittes Capitel.

klären sich manche Reibungen in Berufungs- und andernFragen. Aber eine unbefangene Betrachtung der Aeusse-rungen und Handlungen Schulzes und seines Ministers lässtdeutlich doch auch auf diesem Gebiet Beider ernstes Strebenerkennen, in erster Linie nicht die Richtung, sondern dieLeistungsfähigkeit der zu berufenden Gelehrten zu berück-sichtigen und den verschiedenartigen Kräften gerecht zuwerden, welche den Fortschritt der wissenschaftlichen Be-wegung zu fördern geeignet erschienen. Erregten sie mannig-fachen Anstoss, indem sie Gans, den gewandten SchülerHegels und Gegner Savignys zum Collegen des Letzteren inBerlin beförderten, so verkannten sie desshalb nicht dieVerdienste der historischen Rechtsschule. In ihrer Zeit sindin Berlin Homeyer und Lancizolle, in Bonn Bethmann-Holl-weg und Böcking, in Breslau Gaupp angestellt; als Savignydie Wiedergewinnung Karl Friedrich Eichhorns, der 1816von Berlin nach Göttingen gegangen war, anregte, sprachsich Schulze warm für diese „vortreffliche" Erwerbung ausund Altenstein widerlegte die Einwände, die Kamptz erhob,und führte Savignys Vorschlag durch*).

„Zeitgenossen, sagt Ranke einmal**), pflegen einanderdoch nur äusserlich zu kennen. Die wirksamen Männerfolgen allezeit ihren eigenen Impulsen und suchen dieselbenso viel als möglich zur Geltung zu bringen. Von den innerenAntrieben Anderer, mit denen man in Gegensatz geräth,bildet man sich gewöhnlich nur einen sehr oberflächlichenBegriff". Für diesen Satz, dessen Richtigkeit so häufig beider Beobachtung des politischen Lebens uns entgegentritt,liefert auch ein Blick auf Hegel und seine grossen zeit-genössischen Gegner einen Beleg. Sicher wäre es verkehrt,

*) Vgl. Schulte, Karl Friedrich Eichhorn S. 61 ff. In der Allgem.Deutschen Biographie XXVI, 81 erwähnt Schulte, ihm sei von Schulzeerzählt, dass auch Phillips in Preussen „Ordinarius geworden seinwürde, wenn er geblieben wäre, und zwar in Berlin".

**) In dem Vorwort zu dem Briefwechsel zwischen Friedrich Wil-helm IV. und Bunsen, jetzt in den S. W. XLIX. L, 343. S. ebendaS. 245 ff. die im Text erwähnten Sätze der „Reflexionen", die Bänkezuerst in der Historisch-Politischen Zeitschrift veröffentlichte.