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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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469
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Purkinje. Schönlein. 469

dessen Anerbieten ein, ihm über des Monarchen Stimmungin dieser Angelegenheit durch Vermittehmg des Generalstabs-arztes Wiebel zuverlässige Auskunft zu verschaffen. WieSchulze erzählt*), eilte er darauf „noch an demselben Tagezu Wiebel und suchte sein Interesse für Schönleins Berufungdurch den grossen Nutzen, welcher aus derselben für dieBildung der Militärärzte erwachsen werde, anzuregen. Schonam folgenden Morgen gedachte Wiebel im Gespräche mitdem König der seit langer Zeit erledigten klinischen Lehr-stelle und des Plans, dieselbe mit Schönlein zu besetzen.Der König fragte: „Wo gewesen, wo jetzt sein?" Wiebelerwiderte: In Bamberg, in Würzburg und jetzt in Zürich.Der König beschloss das Gespräch mit den Worten: „Unan-genehme Orte sein, mich gar nichts angehen, AltensteinsSache sein". So war die Gewissheit erlangt, dass er derErnennung Schönleins sich nicht widersetzen werde, und derMinister zauderte nun keinen Augenblick mehr, ihn alsProfessor der speciellen Pathologie und Therapie und alsLeiter der medicinischen Klinik nach Berlin zu berufen.

Dem Minister und seinem einfiussreichen Rath, vonwelchen diese drei Berufungen ausgingen, sind bedeutendeVerdienste auch um die Förderung der medicinischen Wissen-schaft in Preussen nicht abzusprechen; aber auch an mannig-fachen Klagen über die medicinischen Facultäten fehlte esbei ihnen und Andern nicht. Und noch mehr sind solchedurch die Besetzung juristischer und theologischer Professurenin ihrer Zeit veranlasst; lebhafte Vorwürfe haben einzelneihrer hierauf bezüglichen Massregeln erfahren, weil in ihneneine parteiische Begünstigung der Hegeischen Richtung ge-sehen ist. Unzweifelhaft ist nun namentlich durch SchulzesAnschluss an Hegel sein Verhältniss zu Savigny und Schleier-macher und zu deren Anhängern getrübt und daraus er-

*) In einer Aufzeichnung, die er Virchow mittheilte, nachdem erdessen Gedächtnissrede auf Schönlein gelesen hatte, und die dieserdann nebst anderen Ergänzungen und Berichtigungen zu ihr im XXXIII.Bande seines Archivs für pathologische Anatomie und Physiologie ver-öffentlichte, und fast wörtlich ebenso in seinen handschriftlichen Denk-würdigkeiten.