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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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454 Zweites Buch. Drittes Capitel.

ragende Forscher und Lehrer des classischen Alterthumsweiter bauen konnten, dass durch sie Deutschland zur füh-renden Macht auf dem Gebiete ihrer Wissenschaft erhobenwurde. Nicht auf diese haben die Anregungen sich be-schränkt, die von ihnen ausgingen; umgekehrt hat reichenGewinn auch für die Erkenntniss der Sprache und Geschichteder Völker des classischen Alterthums der Eroberungszugerbracht, den die hier begründete philologisch-historischeForschung auf neue Gebiete in der Zeit Altensteins undSchulzes unternahm. Und auch diesem folgten sie mit ver-ständnissvoller Theilnahme; wussten sie frei von Einseitig-keit so verschiedenartigen Führern der classischen Philologiewie Böckh und Lachmann, Welcker und Ritschi, Lobeckund Schömann eine geeignete Stätte zu gemeinsamer frucht-reicher Arbeit an den preussischen Universitäten zu schaffen,so förderten sie an diesen zugleich hervorragende Vertreterneuer Zweige der sprachlich-geschichtlichen Wissenschaft.Wie Schulze an Passow schrieb*), bestimmte hauptsächlichdie Rücksicht auf die germanistischen Studien das Mini-sterium zur Verpflanzung Lachmanns nach Berlin; nicht nurvon seinen Schülern, sondern auch von dem ihrem Kreisfern stehenden Rudolf von Raumer ist ausdrücklich aner-kannt, welch bedeutende Früchte dadurch erzielt wurden,dass hier „dieser Meister philologischer Kritik nun eine förm-liche Schule bildete für die methodische Behandlung deraltdeutschen Literatur"**). Ebenso sind von dem MinisteriumAltenstein in Königsberg und Breslau Graff und Hoffmannvon Fallersleben als Professoren für deutsche Sprache und

*) Am 21. März 1825.**) S. R. v. Raumer, Geschichte der germanischen Philologie,S. 695 und ausserdem über Lachmann und Graff Scherers Artikel inder Allgemeinen Deutschen Biographie IX, 566 ff. und XVII, 471 ff.und die von ihm erwähnte Literatur. Ausdrücklich hebt auch Waitzin der Darstellung seines Lebensganges unter seinen Berliner LehrernLachmann besonders hervor, der ihm „ein Vorbild in echt kritischerMethode gewesen". Hoffmann bespricht an verschiedenen Stellenseiner Autobiographie seine Beziehungen zu Schulze, dem er 1836seinen Grundriss der deutschen Philologie widmete; s. in seinem Buche:Mein Leben besonders I, 333 ff., II, 273 ff., 313 f., III, 17 ff.