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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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455
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Germanische, romanische und orientalische Philologie. 455

Literatur bestellt; in Bonn las auch über sie Friedrich Diez,der hier 1823 zum ausserordentlichen und 1830 zum ordent-lichen Professor ernannt und dadurch in den Stand gesetztward, die von ihm begründete Wissenschaft der romanischenPhilologie auch im akademischen Unterricht zu pflegen.Schulze begrüsste dankbar seine „ebenso umfassenden als be-sonnenen Forschungen", von denen seine Grammatik der roma-nischen Sprachen zeugte, als einen wichtigen Beitrag zur ver-gleichenden Sprachwissenschaft*); für deren genialen BegründerFranz Bopp wurde 1822 eine Professur in Berlin errichtet,und auch an anderen preussischen Universitäten war das Mini-sterium Altenstein eifrig bemüht, ihr Studium und im Zu-sammenhang damit das der orientalischen Philologie zufördern, trotz der „starren Unenipfänglichkeit" der preussi-schen Finanzminister für diese Bestrebungen. Noch als Greiserinnerte sich Schulze der grossen dadurch bereiteten Schwierig-keiten und der trotz ihrer erzielten Erfolge, als ihm 1863eine Rede über die Entwickelung des Sanskritstudiums vonStenzler übersandt wurde**), der zu seiner Vertretung 1833nach Breslau berufen war; vorzügliche Pflege aber fand dieErforschung indischer Sprache, Literatur und Alterthümerin Bonn, wo sich, wie Benfey***) sagt, „unter A. W. Schlegelsund seines grossen Schülers Lassens Augen und Theilnahmeeine Reihe von Männern bildete, denen die Anbahnung undtheilweise Entwickelung einer wahrhaft gründlichen Sanskrit-

*) S. seine Briefe an Diez von 1836 und 1838 bei Stengel, Er-innerungswerte an Diez S. 39. In dem ersten dieser Schreiben be-richtete Schulze, dass Pott, der ihm „hierzu vorzüglich geeignet"erscheine, veranlasst sei, Diez 1 Grammatik in den Jahrbüchern fürwissenschaftliche Kritik anzuzeigen; es ist für deren Charakteristik be-achtenswerth, dass wie Böckh und Bopp auch Pott und Diez zu ihnennicht wenige werthvolle Beiträge geliefert haben.

**) S. seinen Brief an Stenzler vom 30. Aug. 1863.***) Geschichte der Sprachwissenschaft S. 399. Vgl. ebenda auchS. 380, wo hervorgehoben ist, dass auf Schlegels Antrieb „sich diepreussische Regierung die Förderung dieser Studien angelegen seinHess und sie durch Anschaffung von Sanskrittypen und Anstellung vonLehrkräften an ihren Universitäten bethätigte". Wie Schulze erwähnt,bewilligte sie auch eine Unterstützung für das arabische Lexicon vonFrey tag, der ebenfalls in Bonn von ihr angestellt war.