Heinrich, Welcker und Ritschi. 451
überzeugt, dass sich solche Verwickelungen auf den Univer-sitäten „nicht durch gewaltsames bureaukratisches Eingreifen,sondern nur durch geduldige, milde Besänftigung der gegeneinander kämpfenden Elemente lösen" Hessen; so wusste erauch später mit entschiedener Festhaltung der im Interessedes Geschäftsganges nothwendigen Forderungen, auf die Hein-rich nicht immer Rücksicht nahm, eine Anerkennung seinertüchtigen Leistungen zu verbinden und dadurch seine werth-volle Kraft dem Seminar zu erhalten, bis 1837 Heinrichdurch schwere Krankheit gezwungen wurde, seine Thätigkeiteinzustellen. Seitdem ruhte die ganze Last der Seminar-leitung ein Jahr lang auf Näkes Schultern und auch nach-dem im Frühjahr 1838 nach Heinrichs Tod Welcker zumMitdirector des Instituts ernannt war, wurde für die metho-dische Schulung seiner Mitglieder vor allem auf NäkesKunst „feiner Exegese und sorgfältig wägender Kritik" ge-rechnet. Als er nun schon im Herbst desselben Jahresstarb, galt es in dieser Richtung einen Ersatzmann für ihn,einen Philologen zu gewinnen, der Welckers „eigenartige,schöpferisch-schwungvolle Genialität" voll zu würdigen undzugleich zu ergänzen vermochte. Es erfüllte Schulze mithoher Befriedigung, wie die von ihm getroffene Wahl sichbewährte, wie Ritschi die ihm hier gestellte Aufgabe in ein-trächtigem Zusammenwirken mit Welcker glänzend zu lösenwusste und dadurch in Bonn eine weit über das Rheinlandhinaus wirkende Püanzschule philologischer Forschung undLehre begründet wurde. Mit grosser Freude empfing Schulzeim Herbst 1840 den Bericht über die Thätigkeit des BonnerSeminars im letzten Jahre und die zugleich mit ihm einge-reichten schriftlichen Arbeiten der Mitglieder, da sie, wieer ausdrücklich erklärte, „das günstige Urtheil bestätigten,das die Directoren über den gegenwärtigen Zustand desSeminars ausgesprochen" hatten; die Hoffnungen, die erhiernach an die neue „kräftige und umsichtige Leitung"
dass er, unbekannt mit dem Geschäftsgang im Ministerium und mitAltensteins „alles selbst umfassender und selbst bestimmender Thätig-keit", eine von diesem unabhängige Wirksamkeit Kamptz beimesse,gegen den er eingenommen sei.
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