Eichtung und Leistungen der Jahrbücher. 439
seine lebhafte Theilnahme an der „Hegelzeitung", wie ihreGegner sie nannten, seine Beziehungen zu Hegel und seinenSchülern, so lernte er dabei doch auch andere Gelehrte besserkennen und würdigen; eifrig bemühte er sich an seinem Theildafür, dass die Zeitschrift wirklich, wie Hegel und er selbstin den oben angeführten Aeusserungen verlangt hatten,der Vertretung ernster Wissenschaft und echter humanerBildung diene; ganz einverstanden war auch er mit ihrerhäufigen und nachdrücklichen Betonung ihrer Verehrung fürGoethe, in der ihre hervorragendsten Mitarbeiter bei all ihrersonstigen Verschiedenheit sich zusammenfanden*). Von ver-wandten Gesichtspunkten aus unterstützte auch sein Ministerdie Jahrbücher; seit ihr Druck von Augsburg nach Berlinverlegt war, gewährte er ihnen jährlich einen Zuschuss von800 Thalern, ohne dass daran, wie Schulze bemerkt, „irgendeine die leitenden Grundsätze der Redaction beschränkendeund mit den ursprünglichen Zwecken der Jahrbücher unver-einbare Bedingung geknüpft wäre".
Die Urtheile, die in ihnen Hegel in seiner letzten Lebens-zeit über zeitgenössische Philosophen gefällt hatte, warenwohl von Einfluss auf Altenstein und Schulze, als sie nachseinem Tode mit der Besetzung seiner Professur sich zu be-schäftigen hatten. Voll empfanden sie die Schwierigkeiteneiner Lösung der ihnen hier gestellten Aufgabe. Als un-ersetzlich bezeichnete wie Schulze auch die Berliner philo-sophische Facultät Hegels Verlust in einem Bericht, den sie
tiken 1830 S. 509 ff., an die neuerdings Heinrici in seinem Buch überT. S. 422 ff. wieder erinnert hat. T. geisselte hier scharf die Partei-lichkeit der Berliner Jahrbücher in Philosophie und Theologie, er-kannte aber ausdrücklich an, dass sie auch Artikel enthielten, diejedem kritischen Blatt zur Zierde gereichen würden, und in einerKedactionsnote hielt üllmann sich verpflichtet hervorzuheben, dass erselbst zur Theilnahme an den Jahrbüchern aufgefordert sei und da-durch, dass er nicht der Einladung th'ätig entsprochen, wohl mit dieEinseitigkeit der Zeitschrift verschuldet habe.
*) Ueber die „Mischung Goethescher und Hegelscher Einflüsse"in den Jahrbüchern, in denen 1830 Humboldts Betrachtungen überGoethes zweiten römischen Aufenthalt zuerst gedruckt wurden, vgl.namentlich die Bemerkungen von Haym in den Preussischen JahrbüchernXI, 497 ff.