4B8 Zweites Buch. Drittes Capitel.
auf. Indem er Letzteren irn Februar 1827 bat, die VossscheUebersetzung des Aeschylus anzuzeigen, sprach er die Hoff-nung aus, Passow werde aus den ersten im Januar diesesJahres erschienenen Recensionen sich überzeugt haben, dassdie Jahrbücher nicht irgend einer Partei, sondern nur gründ-licher und ernster Wissenschaft dienen wollten; in gleichemSinn und Ton seien auch die für die folgenden Hefte be-reits eingegangenen Artikel gehalten. Anders urtheilte aller-dings Wilhelm von Humboldt, der bald darauf an Gentzschrieb, auch die Jahrbücher seien aus Hegels Absicht ent-standen Schule zu machen; eben desshalb aber, setzte erhinzu, sei er in die Gesellschaft eingetreten, um anzudeuten,dass man sie nicht so nehmen solle*). Auf seine und dieTheilnahme Goethes, Rückerts, Boisserees, Thibauts und vieleranderer Männer, die sicher nicht als Hegelianer zu bezeichnenwaren, an der Societät, auf die Beiträge, die Böckh, Bopp,Purkinje, Streckfuss und Varnhagen gleich zu den erstenHeften der Jahrbücher lieferten, hat Gans sich berufen, umden Vorwurf abzuweisen, nur Hegels Lehre sei in dieserZeitschrift vertreten worden; freilich bemerkt auch er, inder Philosophie hätte nicht gut eine zurückstehende Richtungzugelassen werden können, und erzählt, Hegel habe dagegenprotestirt Schleiermacher zur Mitarbeit einzuladen, der seineAufnahme in die Akademie der Wissenschaften verhinderthatte. Auch setzte Hegel durch, dass eine von Trendelenburgeingeschickte Besprechung einer Schrift Michelets zurück-gewiesen wurde; obgleich Trendelenburg hierin eine Bestäti-gung für das ungünstige Urtheil sehen konnte, das ihmgegenüber kurz zuvor Niebuhr und Brandis über die Ein-seitigkeit der Jahrbücher gefällt hatten, ist er doch aus derSocietät nicht ausgeschieden, in die auch er auf den Vor-schlag von Schulze aufgenommen war**). Stärkte hei diesem
*) S. seinen Brief vom 1. März 1828 in den von Schlesier heraus-gegebenen Schriften von Gentz V, 297.
**) S. Bratuscheck in den philosophischen Monatsheften VIII, 353 ff.Auf die Zurückweisung der von Trendelenburg eingesandten Bespre-chung Michelets spielt offenbar Twesten an in seinen „Gedanken undWünschen über Recensionen" in den Theologischen Studien und Kri-