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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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440 Zweite« Buch. Drittes Capital.

noch im Monat seines Todes erstattete; sie beantragte, zu-nächst Heinrich Kitter mit der Abhaltung der Prüi'uugeu inder Philosophie zu betrauen und ihn aum Ordinarius zuinachen. Ob ausser ihm noch ein aweiter Ordinarius zuberufen sei, darüber waren die Meinnngeu gethoilt undehenso über die Frage, wer in diesem Falle in Vorschlagzu bringen sei: von verschiedenen Seiten wurden Sehelliug,Herbart und Gabler genannt. Gegen die beiden Erstereuerklärten sich mehrere von Schulze vorgelegte Briete vonSchülern Hegels, entsprechend den Ansichten, die dieser selbstin seinen letzten Kritiken geäussert hatte; dagegen tratSchulzes College Keller für Herbart ein, dessen Vorlesungener in Königsberg selbst besucht hatte. In einem ausführ-lichen Schreiben an Altenstein entwickelte er, warum er esnie für gerathen halte, einem Philosophen einen Nachfolgerauf dem Lehrstuhl aus seiner eigenen Schule zu geben; ausihr könne man den Meister nicht ersetzen; unter geübtenselbstständigen Denkern extra muros scheine ihm aber Her-bart allein für die fragliche Stelle geeignet*). Der Ministergab die Richtigkeit einzelner Sätze Kellers zu, glaubte aberseiner ganzen Deduction nicht beipflichten zu können. TJeberdie Philosophie, bemerkte er, und besonders über ein neuesSystem und eine neue Schule gebühre eine entscheidendeStimme nur den Philosophen; wolle man auf die Förderimgder Philosophie einwirken, ohne zu diesen allein berechtigtenStimmführern zu gehören, so komme alles darauf an, ihreStimme richtig zu erfassen. „Es ist schwer, wie hei allemGeistigen, wo nicht gezählt werden kann, aber es ist fürden, der mit dem Gegenstand hinreichend bekannt ist, wozuallerdings schon unendlich viel erfordert wird, und für den,der geistige Erscheinungen überhaupt in ihrem Zusammenhangzu erfassen und zu ordnen vermag, nicht unmöglich. Diewichtigste Aeusserung der Stimmte der Philosophen über einneues System und zugleich das erste Zeichen des Anerkennt-

*) Dieses Schreiben Kellers und Altensteins Bemerkungen zu ihmdurfte ich. nebst anderen einschlagenden Aktenstücken in der Regi-stratur des Cultusmirristermms r einige anf diese Frage bezüglicheBriefe auch unter Ältensteins Papieren im Geh. Staatsarchiv einsehen.