Gründung der Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik. 437
im Ministerium, sondern auch sein eifriger Verehrer Ganswar dagegen eingenommen, weil ihm „das Ansehen, das sichHegel davon versprach, auch zugleich durch die Steifigkeitund die Rücksichten verkümmert schien, welche unabwend-liche Folgen eines solchen Ursprungs sein niüssten", undihm gelang es wirklich, einen besseren Weg zur Ausführungdes geplanten Unternehmens ausfindig zu machen. Auf seinenVorschlag hin erklärte sich nämlich Cotta bereit, den Verlageiner derartigen in Berlin redigirten Literaturzeitung zuübernehmen; erfreut über das Entgegenkommen des grossensüddeutschen Buchhändlers forderte darauf Hegel im Sommer1826 eine Anzahl namhafter Berliner Gelehrten zu Bera-thungen auf, in welchen man sich über die Begründungeiner „Societät für wissenschaftliche Kritik" und die Grund-sätze einigte, die sie bei Herausgabe der neuen Zeitschriftbeobachten wolle. Entsprechend Hegels Ausführungen wurdebeschlossen, dass nur wirklich die Wissenschaft bereicherndeWerke angezeigt und die Recensionen in Sitzungen einerder drei Abtheilungen, welche in der Gesellschaft gebildetwurden (der philosophischen, der philologisch-historischenund der naturwissenschaftlichen), vorgelesen und nur beiwürdiger Haltung und unter Nennung der Verfasser abge-druckt werden sollten. Gans, der mit grossem Eifer zunächstdie Geschäftsleitung übernahm und auch nachdem er diesean Henning abgegeben hatte, in der Redaction verblieb, giebtselbst zu, dass die neuen „Jahrbücher für wissenschaftlicheKritik" den sie von allen früheren Literaturzeitungen unter-scheidenden Charakter nicht behaupten konnten, den ihreBegründer ihnen hatten geben wollen, weil eine strengeDurchführung der aufgestellten Grundsätze nicht gelang; aberer betont zugleich, welches Ansehen sie durch ihre Gründ-lichkeit und ihren Ernst erlangt, und hebt dann unter denMännern, die sich um sie besonders verdient gemacht, aus-drücklich Schulze hervor. Hatte dieser schon an der Begründungder Gesellschaft Theil genommen, so zählte er auch später zuden treuesten Besuchern ihrer Sitzungen und ihren eifrigstenFörderern; er forderte 1826 Welcker und Schlegel in Bonn,Lange in Schulpforta und Passow in Breslau zum Beitritt