Schulze für bessere Methode des Unterrichts. 427 ■
bei seiner Einführung hinsichtlich der Schulamtscandidatenauferlegten Pflichten mit Liebe, Treue und Hingebung erfülltenund besonders die ersteren eine Ehre darin suchten, das ihrerLeitung anvertraute Gymnasium zu einer Pflanzschule auchfür Lehrer zu machen. Wie sie wurden auch die Provinzial-schulcollegien ermahnt ihren Einfluss in dieser Richtunggeltend zu machen, indem sie bei ihren Vorschlägen zurWiederbesetzung erledigter Lehrstellen Candidaten vorzüg-lich berücksichtigten, welche ausser den übrigen erforder-lichen Eigenschaften auch ein ausgebildetes Lehrtalent undEinsicht in das Wesen der Methode besässen, Abfassung undEinführung zweckmässiger Lehrbücher förderten, für die rich-tige Abgrenzung der Lehrpensa sorgten und bei der Revisionder Gymnasien, der Prüfung der Abiturienten und jeder an-deren schicklichen Gelegenheit Missgriffe einzelner Lehrer inder Methode nicht unbemerkt Hessen. Dem gleichen Zweckesollten nun auch eine Umgestaltung und Erweiterung derschon bestehenden und die Stiftung neuer pädagogischerSeminare dienen: in dem an den König gerichteten Schreibenwurde nachdrücklich dieses Bedürfniss betont und eine Geld-forderung für seine Befriedigung von mindestens 8000 Thalernangekündigt.
Benutzten Schulze und sein Minister gern diese Gelegen-heit, um eine wichtige Verbesserung der pädagogischen Aus-bildung der Gymnasiallehrer anzuregen, so war ihnen auchsehr erwünscht darauf hinweisen zu können, dass in denmeisten ihnen zugesandten Berichten die allgemeine Einfüh-rung körperlicher Uebungen lebhaft empfohlen war, auf diesie einst mit Bedauern hatten verzichten müssen. Allerdingswar bei des Königs Stimmung in dieser Frage Vorsichtdringend geboten; es wurde daher in dem Circularrescriptnach warmer Betonung des Werthes guter körperlicher Aus-bildung der Jugend doch als fraglich hingestellt, ob sie nichtder Sorge der Eltern überlassen bleiben solle, und als Pflichtder Gymnasien nur anerkannt die Gesundheit ihrer Schülerwährend der Lehrstunden vor jedem nachtheiligen Einflusszu schützen und ihnen die zu ihrer Erholung und zu körper-lichen Uebungen erforderliche Müsse übrig zu lassen. Un-