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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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426
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426 Zweites Buch. Zweites Capitel.

commissar wurde angewiesen diesen Geist des Reglementsgegen jegliche Missdeutung und falsche Anwendung seinereinzelnen Bestimmungen zur Geltung zu bringen und den Prü-fungscommissionen anheimgestellt angemessenen Gebrauch vonder ihnen durch das Reglement eingeräumten Befugniss zumachen, in gewissen Fällen die mündliche Prüfung zu be-schränken.

Von mehreren sachverständigen Freunden der Gymnasienwar wie erwähnt als ihre wunde Stelle die verkehrte Methodebezeichnet, in welcher nicht selten die Lehrgegenstände be-handelt würden. Die hierauf bezüglichen Anklagen glaubteSchulze in ihrer ganzen Strenge den Gymnasiallehrern vor-halten zu sollen, damit ein jeder von ihnen sich selbst prüfe, obauch ihn in dieser Richtung ein Vorwurf treffe, und dadurch dererste Schritt zur Besserung gethan werde.Je weniger, erklärtedas Circularrescript, die Methode des Unterrichts und derErziehung in den Gymnasien Gegenstand einer gesetzlichenVorschrift sein kann und je grössere Schwierigkeiten undHindernisse sich gegenwärtig den Gymnasien in der Mannig-faltigkeit und dem Umfange der Lehrobjecte, in der Ueber-füllung der Klassen, in der Verschiedeuartigkeit der Schülereiner und derselben Klasse, in der oft verkehrten häuslichenErziehung und in der materiellen Richtung der Zeit ent-gegenstellen, um desto unerlässlicher ist es, dass der Lehrerselbst aus freiem Entschluss das Wesen der Methode undihre der Verschiedenheit der Lehrobjecte und der Klassenentsprechende Gestaltung zu einem ernstlichen Studium mache,um desto dringender ist zu wünschen, dass er durch sorg-fältiges Achten auf sich selbst und auf den grösseren odergeringeren Erfolg seines Unterrichts, durch sinniges liebe-volles Eingehen in die Lehrweise Anderer, die für Meisterim Unterrichten gelten, durch rastlose Uebung und durcheine Strenge, die sich selbst nimmer genügt, seine Methodezu verbessern und dem Inhalte seines Unterrichts die an-gemessenste Form zu geben bestrebt sei." Eine Besserungder Methode erhoffte Schulze namentlich von der Durchfüh-rung des Klassensystems und von guter Benutzung des Probe-jahrs, wenn die Directoren und Klassenordinarien die ihnen