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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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419
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Untersuchung übet- Lorinsers Aufsatz. 419

zu begegnen sei. „Um diesem Allerhöchsten Befehl auf eineerschöpfende und der Wichtigkeit des Gegenstands entspre-chende Weise nachzukommen", ordnete das Ministerium diegründlichste Untersuchung an. Alle Provinzialschulcollegienwurden durch eine von Schulze entworfene Verfügung an-gewiesen, nicht nur von den Directoren, sondern auch vonden Lehrercollegien ihrer Provinz Gutachten einzuziehen, siesämmtlich einzureichen und dabei ihre eigene Ansicht überdie Angelegenheit eingehend zu entwickeln. Zugleich wurdeLorinser aufgefordert die Gymnasien, wo die meisten Schüler42 Stunden wöchentlich auf den Bänken sitzen müssten unddurch die Vielheit der Unterrichtsgegenstände und der häus-lichen Arbeiten an Geist und Körper abgestumpft würden,anzuzeigen, überhaupt die näheren Data nicht vorzuenthalten.Auf diese Aufforderung erklärte Lorinser, er würde diefraglichen Nachtheile nicht beschrieben haben, wenn er nichtvon ihrem Dasein durch Beobachtung und Erfahrung über-zeugt wäre, er sei aber ausser Stande die sämmtlichen Gym-nasien zu nennen, in welchen verhältnissmässig die meistenStunden gehalten würden; er führte nur einige Gymnasienan, in welchen die Zahl der Stunden bis auf 38 und 39 steige;in einigen schlesischen Gymnasien seien nach den Program-men in einzelnen Klassen sogar über 40 Stunden angesetzt.Das Ministerium, meinte er, würde leicht diese Uebertrei-bungen ermitteln können, „wogegen das Resultat ohne Zweifelein sehr unvollständiges sein müsste, wenn hierbei nur dieBeobachtungen eines Individuums berücksichtigt würden". Solehnte er selbst es ab, den von ihm geforderten Beweis fürseine Behauptungen zu erbringen; dass viele von ihnen ein-seitig, übertrieben und irrig, wurde umgekehrt durch die vondem Ministerium eingeforderten amtlichen Gutachten undzahlreiche literarische Erörterungen*) eingehend dargethan.Die von ihnen festgestellten Thatsachen widerlegten Lorin-sers Bemerkungen über den ungünstigen Einfluss der Ein-richtungen der Gymnasien auf die Gesundheit ihrer Schüler;

*) Die wichtigsten von ihnen verzeichnet Schiller in SchmidsPädagog. Encyclopädie VI 2 , 910 fi., eine noch grössere Zahl ist in JahnsJahrbüchern für Philologie XVI, 345 ff. 448 ff. XVIII, 419 ff. besprochen.

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