360 Zweites Buch. Zweites Capitel.
seinem Lehrplan ein noch bedeutenderer Platz zugewiesen alsin früheren und späteren Ordnungen. Hatte vor 1806 dasOberschulcolleg bei der Reifeprüfung nur eine hinlänglicheBekanntschaft mit den Hauptlehren, Sätzen und Auflösungenaus der Arithmetik, Elementargeometrie und ebenen Trigono-metrie feststellen wollen, so erklärte auch die Instruction von1812 für erforderlich nur „die Kenntniss der Rechnungen desgemeinen Lebens nach ihren auf die Proportionslehre ge-gründeten Principien, des Algorithmus der Buchstaben, derersten Lehre von den Potenzen und Wurzeln, der Gleichungendes ersten und zweiten Grades, der Logarithmen der Ele-mentargeometrie (soweit sie in den sechs ersten und dem 11.und 12. Buche des Euklid vorgetragen wird), der ebenenTrigonometrie und des Gebrauchs der mathematischen Tafeln".Dagegen bezeichnete Süverns Lehrplan, der in allen Klassennicht weniger als sechs Stunden für den mathematischenUnterricht bestimmte, als dessen Aufgaben in Prima Auf-lösung algebraischer Gleichungen vom dritten und viertenGrade und Anfangsgründe der unbestimmten Analytik, so-dann im folgenden Jahr arithmetische Reihen und derenreciproke Summen, Deduction des Taylorschen Lehrsatzesund Reihenentwickelung nach demselben und im dritten undletzten Jahre Wahrscheinlichkeitslehre und Disciplinen derangewandtenMathematik, namentlich der mechanischen Wissen-schaften. Die Möglichkeit eine so ausgedehnte Zeit diesemUnterrichtsgegenstand zu widmen wurde durch Beschränkunganderer Disciplinen und namentlich durch Streichung des Fran-zösischen gewonnen. Wie Süvern sich die Vertheilung dereinzelnen Lehrstunden dachte, zeigt am klarsten folgendesSchema: vi v vi in n i
1 J. 1 J. 1 J. 2 J. 2 J. 3 J.
Lateinisch ......6 6 8 8 8 8
Griechisch ......— — 5 5 7 7
Deutsch .......6 6 4 4.4 4
Mathematik .....6 6 6 6 6 6
Naturwissenschaften . . 2 2 2 2 ' 2 2
Geschichte u. Geographie 3 3 3 3 3 3
Religion ......2 2 2 2 2 2
Zeichnen ......3 3 2 2 — —
Kalligraphie .....4 4 — — —
~32 32 352 32 32 32