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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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Schulze bleibt im Ministerium. 345

günstigen Einfluss. Ausdrücklich hatte die vom König ein-gesetzte Commission sich gegen seine Entfernung aus demMinisterium erklärt, da er nicht nur ein mit dem wissen-schaftlichen Theil der Geschäfte sehr vertrauter Mann sei,sondern auch in neueren Zeiten von früheren Verhältnissenzurückgekommen zu sein scheine und bei den vorgeschlagenenanderweitigen Einrichtungen noch mehr zurückkommen dürfte.In der That hielt er von allen politischen Bestrebungen sichfern; dauernd glaubten er und sein Minister dem preussischenStaat und dem deutschen Volk am besten zu dienen, wennsie ohne jede anderartige Rücksicht echt wissenschaftlicheBildung mit allem Eifer zu fördern strebten. Und" der Be-harrlichkeit, mit der sie in dieser Gesinnung unter den schwie-rigsten Verhältnissen fortarbeiteten, fehlte schliesslich derLohn nicht: sie erlebten die Genugthuung, dass in der zweitenHälfte der zwanziger Jahre die Demagogenjagd, die auchihnen so viele trübe Stunden und so grosse Schwierigkeitenbereitet hatte, eingestellt werden musste, weil, wie sie vor-ausgesagt hatten, die Ankläger die Beweise für ihre Anschul-digungen nicht zu erbringen vermochten*).

*) 1824 war Schulze veranlasst nochmals auch hinsichtlich derGymnasien Erkundigungen bei den Oberpräsidenten einzuziehen; sämmt-]ich erklärten sie auch jetzt, wie 1819, dass von schädlichen Tendenzennichts zu bemerken sei. Auch eine Gefahr, die in demselben JahrSchleiermacher wieder bedrohte, wurde glücklich abgewandt. Franzvon Baader richtete am 25. März 1824 an Friedrich Wilhelm III. eine(jetzt in seinen Werken XV, 67 £F. abgedruckte) Vorstellung über dieGefahren desmodernen Nihilismus", in welcher er denmodernen revo-lutionistisch gegen die Religion gekehrten Geist der Wissenschaft" alstiefste Quelle des Eevolutionismus bezeichnete und namentlich dieLossagungevangelisch bestallter Gottesgelehrten von der Autorität allerEvangelien und aller Offenbarung" beklagte. Schulze, der im Winterzuvor wie Hegel persönlich mit Baader verkehrt hatte, warweit ent-fernt, diesem eine unlautere Absicht unterzulegen", aber überzeugt,dass seine Erörterungen bei des Königs Stimmung Schleiermacher ge-fährlich werden könnten; da nun der König sie Altenstein übergebenhatte und Schulze vom Minister beauftragt war über sie zu referiren,hielt er esfür räthlich sie einfach zu den Akten zu nehmen, so dassBaader niemals einen Bescheid auf jene Immediatvorstellung erhal-ten hat".