344 Zweites Buch. Erstes Capitel.
er meinte mit solchen Mitteln die Lebenskraft der ideologi-schen Vertreter und Pfleger deutscher Wissenschaft brechenzu können, die er ebenso gründlich hasste und ebenso wenigverstand als der welsche Imperator. Wohl empfanden vielevon ihnen bittern Schmerz darüber, dass Nicolovius durchKamptz verdrängt war; aber die Hoffnungen, die ihre Gegneran den Eintritt des Letzteren in das Unterrichtsministeriumknüpften, gingen nicht in Erfüllung. Sein neues Amt zwangihn auch mit anderen als polizeilichen Erwägungen sich zubeschäftigen: er lernte Menschen und Verhältnisse der Unter-richtsverwaltung unter anderen Gesichtspunkten würdigen und,konnte er nie mit Altenstein sich völlig verständigen, sofühlte er doch zu grösserer Rücksicht als zuvor auf denMinister sich verpflichtet, dem er jetzt untergeordnet war.Von seinem stramm bureaukratischen Standpunkt aus miss-billigte er wie die anderen hohen Staatsbeamten, welche vomKönig zu Urtheilern über das Verfahren von Schultz berufenwaren, dessen offenen Ungehorsam gegen die ihm vorgesetzteBehörde; die Rüge, die nach ihren Vorschlägen der KönigSchultz ertheilte, kränkte diesen nun aber so sehr, dass erum seine Entlassung bat; in Aerger über die Genossen, derenSache er am hitzigsten vertreten hatte, schied so Altensteinseifrigster Gegner aus dem Staatsdienst. An seiner Stellewurde Beckedorff mit den Geschäften des Regierungsbevoll-mächtigten an der Berliner Universität betraut. Hatte eran den früheren Angriffen gegen • das von der Unterrichts-verwaltung seit 1809 befolgte System und namentlich auchgegen Schulze sich betheiligt, so hatte er bei näherer Kennt-niss eine andere Meinung gewonnen und sprach dies Schulzeselbst aus; auf die Stellung des Letzteren übten unter diesenUmständen die Personalveränderungen von 1824 keinen un-
mutig preussischer Staatsmänner möchte ich namentlich auf den neuer-dings von Natzmer (Unter den Hohenzollern I, 112 ff.) veröffentlichtenBrief Witzlebens hinweisen, in dem dieser schon im December 1822bitter über die Oesterreicher und diejenigen Preussen klagt, „die sichdem österreichischen Interesse rücksichtslos hingeben bloss um ihreeigenen Pläne durchzusetzen und die Demagogen- Chimäre zu ver-folgen".