Haltung des Königs. 333
Schulze war über die seinem Freunde günstige Erklärungdes Königs besonders erfreut mit Rücksicht auf die schwie-rigen Fragen von grösserer allgemeiner Bedeutung, die dessenEntscheidung damals vorlagen; wie diese ausfallen würde,war bei der eigenthümlichen Natur und den durch verschieden-artige Eindrücke und Gefühle beeinflussten Stimmungen Fried-rich Wilhelms III. schwer vorauszusehen. Tief bekümmertschrieb im Juli 1821 Rehfues an Altenstein, der König habebei seiner Durchreise durch Bonn seine Unzufriedenheit überden Mangel an Zucht und Ordnung auf den Universitätengeäussert, und auch aus anderer Quelle erfahren wir, dass eran dem Auftreten der Studenten, der Finsterkeit ihrer Mienenund ihrer Tracht Anstoss genommen hatte. Der Ministerermahnte in seiner Antwort den befreundeten Beamten sichdurch solche Aeusserungen nicht entrnuthigen zu lassen; desKönigs Gerechtigkeit werde das redliche Bestreben schliess-lich beachten, wenn er auch zunächst durch Tadel zu neuenAnstrengungen gegen eine in der That Bedenken erregendeRichtung der Jugend auffordere. Wohl mochte es Altensteinschwer werden, selbst den Muth nicht zu verlieren, als insolcher Stimmung Friedrich Wilhelm III. Ende 1821 einewichtige Streitfrage zwischen ihm und Schultz durchaus nachdes letzteren Wünschen entschied. Um einen unbedingt eif-rigen Gehülfen bei den Verfolgungen der Umtriebe zu ge-winnen, hatte Schultz als Berliner Universitätsrichter denRegierungsrath Krause in Vorschlag gebracht; gegen dessenErnennung aber waren von dem Ministerium schwere Be-denken geäussert; daraufhin hatte Schultz im November 1821den König um Entlassung von seiner Stellung als Regierungs-bevollmächtigter gebeten, deren Pflichten er nicht Genügeleisten könne, da seine ganze Wirksamkeit durch die Ver-weigerung eines fähigen und entschlossenen Universitätsrichtersgelähmt werde, der von der Nothwendigkeit der gegen dieStudentenverbindungen erlassenen Bestimmungen durchdrun-gen sei. Und trotz der Unterstützung, die Altenstein bei dem
Preussisohe Jahrbücher XLI V, 5 ff., über Harnisch seine Aufzeichnungenüber seinen Lebensniorgen S. 361 ff. 446 ff.