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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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328 Zweites Buch. Erstes Capitel.

der Männer, die mit diesem Auftrag betraut werden sollten,Augusti wies darauf hin, dass dadurch das in Preussen zumNutzen des Staats geförderte Ehrgefühl der Beamten undihrer ordnungsmässig vorgesetzten Behörden verletzt werde,und erklärte sich selbst für untauglich zu einem solchen Ge-schäft. Aber um so eifriger bemühte sich nun Wittgensteindarum, dass möglichst bald das in der Cabinetsordre vom20. November anbefohlene Gutachten über das preussischeUnterrichtswesen in seinem Sinne ausgearbeitet würde. Bei-träge zu einem solchen lieferte Beckedorff, der ihm unter den fürdie beabsichtigte Untersuchungscommission bestimmten Persön-lichkeiten besonders nahe stand. 1778 geboren, hatte er in Jenaund Göttingen Theologie und Medicin studirt, war dann 1811Gouverneur des Erbprinzen von Anhalt-Bernburg geworden undschon als solcher von Adam Müller wegen seiner „allervortreff-licbsten Grundsätze" an Gentz empfohlen; nachdem er „edleund würdige Gesinnungen" nach Gentzscher Auffassung 1819auch in einer Schrift „an die deutsche Jugend über der LeicheKotzebues" bekannt hatte, war er ohne Vorwissen Altensteinszum Geheimen Ober-Regierungs-Rathe in dessen Ministeriumernannt und hier mit dem Referat über die Angelegenheitendes Volksschulwesens und der Lehrer-Seminare betraut, welchebisher auch von Schulze bearbeitet waren*). Einen Aufsatz

Vamhagen, Biographische Porträts 14 ff. Dass durch Koreffs WirkenAltenstem und Schulze manche Schwierigkeiten erwachsen waren,lässt sich schon nach Notizen in diesen beiden Büchern über den vonihnen sehr günstig beurtheilten Koreff annehmen; ausdrücklich sagtSchulze, dass die Verfügungen, die dieser in Hardenbergs Cabinetüber Unterrichtsangelegenheiten entwarf,,.unpraktisch und ohne Haltungwaren, so dass der Minister sie nicht billigen konnte und mir fast zweiJahre hindurch die undankbare Aufgabe blieb gegen solche VerfügungenGegenvorstellungen auszuarbeiten, bei welchen der Staatskanzler sichin der Regel beruhigte".

*) S. über Beckedorff die in der Allgemeinen Deutschen Biogra-phie II, 220 angeführten Schriften, namentlich Rosenthal, Convertiten-bilder I, 368 ff. und die Aeusserungen von Müller und Gentz in derenBriefwechsel S. 256 f. u. 283 und in Gentz' Schreiben an Metterniehvom 3. Juni 1819 (aus Metternichs Papieren III, 247). Ueber den Ein-druck, den seine Anstellung im Altensteinschen Ministerium machte,vgl. auch den Brief von Gass an Schleiermacher vom 28. December 1820