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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Schnitz beginnt Krieg gegen Universität und Ministerium. 327

arglos dem neuen Regierungsbevollmächtigten nach dessenErnennung seine besten Wünsche aus; er dachte nicht daran,dass dieser in seinem neuen Amte sich auch gegen ihn wendenwürde. Als gegen sein Erwarten Schultz über Kollegen imMinisterium und über den Universitätsrichter zu klagen be-gann, weil sie es an Eifer in Verfolgung der Umtriebe fehlenHessen, rieth Schulze „sich aller schriftlichen Discussionen mitihm zu enthalten, ihn vielmehr zu veranlassen seine Ansichtenin einer Sitzung mündlich zu vertreten. Der Minister abero-ab diesem Rathe aus schonender Rücksicht gegen den kränk-lichen, leidenschaftlichen, leicht erregbaren und für jedenWiderspruch unempfänglichen Mann leider kein Gehör"; sowurde dieser zu schriftlichen Auseinandersetzungen veranlasst,die ihn nur in seinem Gegensatz gegen die ihm vorgesetzteBehörde bestärkten. Mit Befriedigung sah Wittgenstein dasMisstrauen und die Erbitterung von Schultz wachsen; imUnterrichtsministerium selbst hatte er nun in dem früherenFreund Altensteins den Gebülfen gefunden, mit dessen Unter-stützung er hoffte eine Aenderung der Leitung des Unter-richtswesens nach seinen Wünschen durchsetzen zu können.Den König für solche Pläne geneigt zu stimmen, botder Troppauer Congress ihm eine neue Gelegenheit. Er wardort Friedrich Wilhelm III. stets zur Seite; mit diesem ver-kehrte nun auf das Neue persönlich auch Metternich. Dessenund Wittgensteins Einüuss ist wohl in einer dort am 20. No-vember 1820 erlassenen Cabinetsordre zu erkennen, welchedie Ausarbeitung eines Plans über das ganze Unterrichts-wesen und die Reinigung der Behörden, Schulen und Uni-versitäten von gefährlichen Irrlehrern, Verführern oder Ver-führten anbefahl; zur Ermittelung der Verhältnisse in denProvinzen sollten Hardenbergs Vertrauter Koreff, der BonnerTheologe Augusti und Beckedorff Untersuchungsreisen unter-nehmen. Freilich wurden solche Reisen dann nicht ausge-führt; sie erschienen von vornherein Hardenberg bedenklich;zudem kam es eben in dieser Zeit zu Differenzen und balddarauf zum Bruch zwischen ihm und Koreff*) und der zweite

*) S. Koreas Brief vom 20. Decernber 1820 an Dorow in dessenMittheilungen über Erlebtes aus den Jahren 1790—1827 IV, 243 ff. und