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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Gründung der Bonner Universität. 285

dazu entschliessen, bis er mit dieser bekleidet würde, dieProfessur anzunehmen, und die Universität würde schon ausser-ordentlich dabei gewinnen, wenn er letztere auch nicht langeverwaltete. Hardenberg, der schon früher in gleichem Sinnsich geäussert hatte, ging bereitwillig auf Altensteins Vor-schlag ein, zu diesem Zweck mit Sailer zu unterhandeln;wirklich bot er diesem im August 1818 die erste Professurder Theologie auf der neuen Hochschule und das Directoratder Seminarien der Rheinprovinzen an und versprach ihmdabei zugleich die Erhöhung zum Bischof von Köln; ganzvon Sailers freiem Willen sollte es abhängen, ob er danndie Professur beibehalten oder einem anderen von ihm selbstzu bezeichnenden würdigen Mann überlassen wolle, der inseinem Geist leben und lehren würde. Sailer aber konnteselbst einem ihm so weit entgegenkommenden Antrag gegen-über sich nicht entschliessen Baiern zu verlassen. 1820führten dagegen die Bemühungen des Ministeriums bei Hermeszu dem erwünschten Ziele; Ostern dieses Jahres eröffnete ei-serne reiche Wirksamkeit in der JFacultät, in der schon vor-her Gratz, Seber und Schulzes ehemaliger Coblenzer CollegeSchwartz zu lehren begonnen hatten*).

Das Verdienst des Ministeriums, das in solcher Weiseverhältnissmässig schnell die Universität begründete, rechtzu würdigen ist nur möglich bei einem Blick auf die Schwierig-keiten, welche sich gleich in seinen Anfängen ihm entgegen-stellten. Solche wurden ihm einmal durch die Vertreter derFinanz Verwaltung bereitet, welche Altensteins Geldforderungen

*) S. über die Anfänge von Bonn die 1819—1821 im Auftrag desakademischen Senats von Delbrück, Lücke und Münchow herausgegebenenvier Hefte des ersten und einzigen Bands des Jahrbuchs der PreussischenRhein-Universität, den Aufsatz von Schaarschmidt im Archiv für Landes-kunde der preussischen Monarchie II (1868) 205 ff., die Artikel über diegenannten Professoren in der Allgemeinen Deutschen Biographie, Gru-lich über die Bibliothek der Leopoldina im Centralblatt für Bibliotheks-wesen II, 203ff., Kekule, Welcker S. 150ff., Bachmann, HengstenbergI, 23 ff., Hoffmann von Pallersieben, Erinnerungen I, 159 ff. 235 ff., Wolf-gang Menzels Denkwürdigkeiten S. 135 ff. und Sybels mehrervvähnte Eede.Den schon von ihm benutzten Akten des Geheimen Staatsarchivs konnteauch ich einige Ergänzungen zu den bisherigen Darstellungen entnehmen.