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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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284 Zweites Buch. Erstes Capitel.

hielten die Protestanten Calker und Delbrück im erstenSemester philosophische Vorträge. Ebenfalls schon in diesemwirkten als Historiker Ernst Moritz Arndt und Hüllmannund als classische Philologen Heinrich und Näke, deren Lei-tung auch das bereits im Februar 1819 errichtete philo-logische Seminar unterstellt wurde; ihnen trat dann imzweiten Semester F. G. Welcker zur Seite, der bereits frühervon Wilhelm Humboldt warm für die rheinische Hochschuleempfohlen war. Einen besonderen Glanz verlieh es dieser,dass von ihrem Beginn an ihr August Wilhelm Schlegelseine Lehrthätigkeit widmete; durch seine Vorträge überindische Sprache und Literatur wurde eine bis dahin über-haupt auf den deutschen Universitäten nicht vertretene Dis-ciplin hier zuerst eingebürgert.

Nicht ganz so schnell als für die philosophische gelanges für die anderen Facultäten geeignete Lehrkräfte zu ge-winnen; doch wurde auch schon 1818 von Juristen Mitter-maier und von Medicinern Harless berufen und bereits imfolgenden Jahr begannen dann neben ihnen Mackeldey, KarlWelcker und» Walter juristische und Mayer, Nasse, Steinund Walther medicinische Vorlesungen zu halten. Von denbeiden theologischen Facultäten, die hier wie in Breslau gleich-berechtigt neben einander wirken sollten, wurde zuerst dieevangelische organisirt. Allerdings Hess Twesten, der imSommer 1818 einen Ruf nach Bonn erhalten und ange-nommen hatte, sich bestimmen in Kiel zu bleiben, wo erbisher thätig gewesen war; dagegen wurden schon 1818Lücke und Sack und 1819 Augusti und Gieseler an derneuen Universität angestellt. Von katholischen Theologensuchte das Ministerium Hermes zu gewinnen; als er diesem Rufzunächst nicht folgte, stellte Altenstein dem Staatskanzlervor, keine Berufung würde von so durchgreifender Wirkungsein als die von Sailer: sie würde den Charakter der ganzenFacultät entscheiden. Doch zweifelte der Minister, ob dieProfessur in Bonn an und für sich Reiz genug für Sailerhätte seinen bisherigen Wirkungskreis zu verlassen; ehermöchte er wohl, wenn man ihm die einfiussreiche Stellungeines Bischofs der zu bildenden Kölner Diöcese anböte, sich