Druckschrift 
Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
Seite
283
Einzelbild herunterladen
 

Erste Leistungen der Altensteinsehen Verwaltung. 283

tiefer Institute, namentlich der Bibliothek und des botanischenGartens herbeizuführen; solche wurden auch an den Universi-täten in Halle und Königsberg wie in Berlin von dem neuenMinister sofort durchgesetzt. Er hatte die Bewilligung vonZuschüssen auch für diese Zwecke wie für Kölner und Düssel-dorfer Institute gefordert, indem er hierin das beste Mittelsah, den an verschiedenen Stellen sich regenden Eifersüchte-leien gegen Bonn entgegenzutreten, für dessen neue Universi-tät er und Schulze in diesen Monaten vor allem sich be-mühten. Von vornherein sollte sie in würdigster Weise an-gelegt werden. Altenstein hatte erreicht, dass für sie einjährlicher Staatszuschuss von über 80,000 Thalern festgesetztwar; diese und die für ihre erste Einrichtung besonders be-willigten Gelder ermöglichten es die ihr eingeräumten altenkurfürstlichen Schlösser in Bonn und Poppelsdorf in passen-der Weise für ihre Zwecke in Stand zu setzen, die noth-wendigen wissenschaftlichen Hülfsmittel und geeignete Lehr-kräfte schnell zu gewinnen. Um einen genügenden Grundstockfür eine Bibliothek der neuen Universität zu beschaffen, wurdendieser die Büchersammlungen zweier aufgehobener rheinischerLehranstalten überwiesen, der Duisburger Hochschule und derWetzlarer Rechtsschule, und die des kurz zuvor gestorbenenErlanger Philologen Harless angekauft; für die Naturwissen-schaften, für die Altenstein sich besonders interessirte, wares werthvoll, dass es gelang die alte Leopoldinische Akademienach Bonn zu verpflanzen, indem hierher ihr Präsident derBotaniker Nees von Esenbeck und dessen Adjunkt der ZoologeGoldfuss von Erlangen berufen wurden. Bald folgte ihnenvon dort der ihnen nahe stehende Chemiker und GeologBischof; schon vorher war zur Vertretung der Chemie undPhysik Kastner von Halle nach Bonn versetzt und Nögge-rath, der als Assessor bei dem Bonner OberjDergamt ange-stellt war, zugleich zum Professor für Mineralogie ernannt;mathematische Vorlesungen wurden Diesterweg und vonMünchow übertragen. Auf Letzteren hatte im Ministerium zu-erst Schulze aufmerksam gemacht; ebenso brachte er alskatholischen Philosophen den ihm aus dem DalbergischenKreis bekannten Windischmann in Vorschlag; neben diesem