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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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275
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Charakteristik Altensteins. 275

neben hatte er mit Religionsphilosophie und besonders eifrigmit Fichtes Schriften sich beschäftigt. So hatte er reicheKenntnisse auf verschiedenen Gebieten und, was wichtiger,ein tiefes Verständniss für die eigenthümliche Bedeutungechter wissenschaftlicher Arbeit sich erworben; erfüllt vondem Streben sie und ihre Vertreter zu fördern, bewährte erdabei den feinen Takt, die Milde des Urtheils und die herz-lich menschenfreundliche Gesinnung, welche seine geistvolleund liebenswürdige Mutter ihm vererbt und in ihm gepflegthatte. Es waren nicht nur vornehme, wahrhaft adelige For-men, die diesen Sohn des alten fränkischen Adelsgeschlechtsauszeichneten: etwas Wohlwollendes und Vertrauenerwecken-des lag nach Schulzes Worten in seiner ganzen Erscheinungund seiner ruhigen Haltung; stets geneigt Bedrängten zuhelfen und nachsichtig gegen menschliche Schwächen An-derer, nicht selten bis zum Uebermass, stellte er hohe An-forderungen an sich selbst. Ueberzeugt von der Grösse derihm übertragenen Aufgaben und der Schwierigkeiten, die ihreLösung bot, that er keinen Schritt ohne gründliche Prüfung;die Vielseitigkeit seiner Erwägungen hinderte ihn wohl anschnellem Entschluss, aber sie behütete ihn auch vor über-eilten Massregeln; auch Eylert und Harnisch, die von ver-schiedenem Standpunkt aus Bedenken gegen das Verfahrendieses „Pabius Cunctator" äussern, erkennen doch zugleichan, dass er „mancher verwickelten, vielfach angefeindetenSache durch weises Cunctiren und besonnenes Aufhalten"wesentlich genutzt habe. Mit gutem Grund schrieb Schulzeüber ihn: „Stets überlegt, geduldig in Widerwärtigkeiten undsicher in der Herrschaft über sich selbst zauderte er inwichtigen Angelegenheiten mit seinem Entschlüsse und ent-wickelte in dieser scheinbaren Passivität nicht selten eineEnergie des Charakters, mittelst welcher er vieles Feindlicheabgewahdt und manches Treffliche ans Tageslicht gefördert hat."Es leuchtet ein, wie eine solche Persönlichkeit in be-sonderer Weise für die Leitung des Bildungswesens geeignetwar; ebenso begreift sich, wie viel gerade bei ihr auf dieEnergie und das Verständniss der Räthe des Ministers undihr Verhältniss zu ihm ankam. Altenstein wollte, wie Schulze

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