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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Gründe gegen Köln: neukatholischer Mysticisrnns. 261

ihrer alten ehrwürdigen Vaterstadt*); aber er wies doch nichtnur darauf hin, dass diese „trotz der grossen Erinnerungenund Denkmäler der Vorzeit in den letzten drei Jahrhundertennichts geleistet für die deutsche Wissenschaft und wenig ge-leistet für die deutsche Kunst"; er betonte namentlich, wiesehr zu fürchten sei, dass hier der Einfluss ihrer zahlreichengeistlichen Einwohner, „die hierarchisch fest zusammenver-klettete Politik der katholischen Priester sich der neuen Lehr-anstalt bemächtigte" und so „gerade das, wodurch im Rhein-land die lebendigen Geister der Gegenwart geweckt undPreussen und Deutschland zugeführt und befreundet werdensollten, sie eben von Preussen abwendete oder doch lähmteund neutralisirte". Und auch nach den Aeusserungen andrerKenner rheinischer Verhältnisse erschien eine solche Besorg-niss nur zu wohl begründet. Eifrige Befürworter der WahlKölns, wurde nach Berlin berichtet, verhehlten in vertrau-licher Mittheilung gar nicht, dass sie dadurch den Mittel-punkt einer Opposition des katholischen Princips gegen dasprotestantische bilden möchten; nach ihren Wünschen solleim Gegensatz zu den deutschen protestantischen Universi-täten der dort zu gründenden Hochschule ein katholischerCharakter gegeben werden. Das aber erschien vom wissen-schaftlichen und politischen Standpunkt aus gleich gefährlich;die neue rheinische Hochschule, schrieb vom Rhein der Ver-fasser eines durch Klewitz an Hardenberg übermittelten Gut-achtens**), müsse nicht katholisch, nicht protestantisch, siemüsse wissenschaftlich sein. Diesen Standpunkt vertrat nunmit besonderer Klarheit und Wärme Süvern in einer Denk-schrift, welche er Ende Juli 1817 dem Staatskanzler ein-reichte. Hatte er schon früher erklärt, Preussens Lagefordere grosse Festungen und Burgen auch in geistiger Hin-sicht nicht nur zum Schutz, sondern auch zur Anziehung***),

*) S. die in dem Buch über Sulpiz Boisseree I, 220 f. und 246

gedruckten Schreiben Arndts vom 3. September 1814 u. 20. Mai 1815.

**) Dasselbe rindet sich in dem oben S. 193 Anm. *) erwähnten

Aktenfascikel des Geh. Staatarchivs und ist auch bereits von Treitschke

in der Deutschen Geschichte II, 235 benutzt.

***) Sulpiz Boissere"e I S. 258.