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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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260 Zweites Buch. Erstes Capitel.

Voll empfand dieser das Grosse und Erhabene in den Werkender alten deutschen Kunst — aber er wollte sie nicht über-schätzt, nicht einseitig als Muster hingestellt sehen: mitseinem freien und weiten Blick erkannte er klar die Ge-fahren, welche die Romantiker wie durch ihre Calderon-Schwärmerei so jetzt durch ihre leidenschaftliche Verherr-lichung der mittelalterlichen Bildwerke und noch mehr durchderen Verquickung mit einem neukatholischen Mysticismusder gesunden Entwickelung des deutschen Kunst- und Geistes-lebens bereiteten; als er den Einfluss und den Hochmuth derSchwärmer für die „religiös-patriotische Kunst" wachsen sah,hielt er sich verpflichtet ihnen gegenüber wieder auf dieGriechen und die Renaissance hinzuweisen. Indem er in seinerWeise im Jahr des Reformationsfestes „unsern Luther" ehrenund was dieser errungen hatte, nicht gefährden lassen wollte,liess er in seiner Zeitschrift über Kirnst und Alterthum seinenFreund Heinrich Meyer mit Ernst und Kraft öffentlich aus-sprechen, was er der Nation und dem Zeitalter erspriesslichhielt, trat er hier gegen „die beengende Nachahmung deralten Meister" und „die andächtige Frömmelei" in die Schran-ken. Unter ausdrücklicher Berufung auf die treffenden Worteder Weimarer Kunstfreunde erklärte sich nun auch Süverngegen die Verlegung der Universität nach Köln, weil erfürchtete, dass dessen mittelalterliche Kirchen und Dar-stellungen von lauter Legenden und heiligen Geschichten,deren Werth an sich er nicht verkannte, so zusammenge-drängt, durch keine andere Form der Kunst, durch keinenReiz der Natur, kein klares geistiges Leben des Volkes er-heitert dazu wirken würden Professoren und Studenten iu denschwächlichen trüben Mysticismus zu versenken, zu welchemdas Zeitalter sich hinneige. Schon früher hatte Arndt, derzum Lehrer an der neuen Hochschule bestimmt war, davorgewarnt, in der wichtigen Frage des für sie zu wählendenOrtes denjenigen zu folgen, welche die Welt immer nur durchdie ästhetische Brille anguckten und ästhetisch betrachteten,was rein wissenschaftlich und streng politisch betrachtet undgewogen werden sollte. Auch er war den eifrigen KölnerSammlern dankbar für ihre Bemühungen um die Kunstwerke