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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Bedeutung der Berliner Universität. 247

Universitäten die beste allgemeine Motivirung für die Hum-boldtschen Organisationspläne lieferten. Nicht ohne Grunddarf man behaupten, dass hier in Berlin weiter geführt wurde,was durch Wolf und Schleiermacher in Halle begonnen war;aber deutlich lässt auch ein Vergleich zwischen den Mittelnund Kräften der alten Haller und der neuen Berliner Hoch-schule erkennen, wie sehr nach dem Unglück von 1806 derpreussische Staat und sein Universitätswesen mit ihren grösse-ren Zwecken gewachsen waren. Beide Anstalten haben, wennes auch an hervorragenden Vertretern anderer Wissenschaftenihnen keineswegs gefehlt hat, doch am fruchtbarsten für unddurch die Förderung philologisch-historischer Studien gewirkt— welche Ausdehnung und Vertiefung, wie viel höhere Be-deutung für unser ganzes nationales Leben aber haben diesein Berlin gewonnen! Waren noch vor 1806 in Halle neueverheissungsvolle Bahnen in Philologie und Theologie be-schritten, so hatten in Rechts- und Staatswissenschaft dortwie überhaupt auf den deutschen Universitäten die ratio-nalistischen Anschauungen die Herrschaft behauptet, bis eineneue Zeit auch in ihnen der von Humboldt zum Leiter desjuristischen Studiums nach Berlin berufene Savigny herauf-führte, dem im zweiten Semester der neuen Hochschule derVater der deutschen Rechtsgeschichte, Karl Friedrich Eichhorn,zur Seite trat. Mit Recht pries es Niebuhr als eine selteneGabe des Glücks, wie sich hier alles aneinander fügte, wasdiese Vereinigung von Savignys ganz „humanistischer Juris-prudenz" mit dem Wirken Schleiermachers und der grossenPhilologen in Berlin bedeutete; gehoben durch die Anregungen,die er hier empfing, gab er selbst, der erste philosophischeDoctor der neuen Universität, ihrer Eröffnung die besteWeihe durch seine in ihrem ersten Semester gehaltenen Vor-lesungen über römische Geschichte, aus welchen das grund-legende Werk der kritischen Historiographie, das wichtigsteliterarische Denkmal des neuen nationalen Aufschwungs unsereswissenschaftlichen und politischen Lebens erwachsen ist.

Wohl durfte Niebuhr rühmen, in dieser Zusammen-setzung der Berliner Hochschule sei alles wie nirgends sonstgeeignet, um die Jugend mit dem Geist zu erfüllen, „wo-