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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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Massows utilitarische Gedanken. Umschwung 1807. 235

verfasst hatte, kurz ehe er zum Leiter des Unterrichtswesensberufen wurde, sprach er auch als solcher 1801 sich dahinaus,dass die Universitäten in ihrer aus dem Alterthum her-rührenden Einrichtung zum jetzigen Bedürfniss der mora-lischen, scientifischen und praktischen Bildung nicht blosskünftiger speculativer Gelehrten, sondern für die dem bürger-lichen Leben in privaten und öffentlichen Verhältnissenebenfalls brauchbaren Staatsbürger nicht passen". Es ver-dient Anerkennung, wie eifrig der fleissige und wohl-wollende Beamte sich trotzdem im Einzelnen vielfach fürAnstalten bemüht hat, für deren innerste Eigenthümlichkeitund höchste Aufgaben er so geringes Verständniss besass; aberes liegt zu Tage, dass unter solcher Leitung das preussischehöhere Bildungswesen nicht leisten konnte, was von ihmgefordert werden konnte und musste.

Bei Erwägung dieser Verhältnisse tritt besonders klardie segensvolle Bedeutung der Läuterung hervor, die Preussenin Folge schwerster Niederlagen erfuhr, der Stärkung, diedurch sie seinem deutschen Charakter zu Theil wurde. Unterdiesem Gesichtspunkt war für Preussen ein Gewinn der Ver-lust seiner polnischen Provinzen; der grösste Gewinn abererwuchs ihm daraus, dass jetzt sein König zu der Ueber-zeugung kam und sie aussprach und bethätigte, der Staatmüsse durch geistige Kräfte ersetzen, was er an phy-sischen verloren habe. Mit diesen Worten billigte der Königden Plan der Errichtung einer Universität in Berlin; dassdies bedeutungsvolle vielfach angeregte und lange vorbereitete,aber noch keineswegs sicher gestellte Unternehmen unterschwierigsten Verhältnissen die würdigste und beste Aus-führung fand, war das Verdienst des Freundes und eben-bürtigen Genossen der deutschen Geistesfürsten, der 1809 andie Spitze der jetzt besser organisirten preussischen Unter-riehtsverwaltung trat Wilhelm von Humboldts.

Bei der Gesinnung, in welcher die nothwendige Neu-gestaltung des preussischen Staats unternommen wurde, musstebesondere Aufmerksamkeit dem Bildungswesen gewidmet wer-den. In der Denkschrift, die bald nach dem Tilsiter FriedenAltenstein nach den von ihm mit Hardenberg, Schön und