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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Verhandlungen über Confession der anzustellenden Lehrer. 205

Consistoriuni unter Zuziehung einzelner Lehrer geleitet werdensolle, bis „sich ein in jeder Hinsicht tüchtiger, in den phi-lologischen Wissenschaften gründlicher Schulmann von ka-tholischer Religion und von allgemein anerkannten Verdienstenzu dieser wichtigen Stelle gefunden" habe. Die wichtigsteStelle am Gymnasium wollten also auch die protestantischenCoblenzer Consistorialräthe einem Katholiken vorbehaltensehen und auch im Lehrercolleg würden nach ihren Vor-schlägen Katholiken die Mehrheit gebildet haben; das BerlinerMinisterium des Innern aber wünschte diesen noch mehr ein-zuräumen. Allerdings wurde auch in seinem Reseript vom8. September 1816, durch welches die Anträge des Consi-storiums beantwortet wurden, ausdrücklich anerkannt, dassdie Anstellung von Protestanten zulässig sei, da der Staataus dem Schulfonds des Regierungsbezirks einen bedeutendenZuschuss leiste, von welchem auch Protestanten zu besoldenihm unbedingt frei stehe; aber zugleich wurde erklärt, dassausser dem Director und dem Religionslehrer auch ein Haupt-lehrer der Geschichte jedenfalls Katholik sein und „ausserdemdurch die Anstellung andrer Lehrer katholischer Confessionaller Schein vermieden werden müsse, als wolle man diesevon dem der Stiftung nach ursprünglich ihr gehörendenGymnasio verdrängen". Es sollten daher zuerst ein Directorund zwei Oberlehrer katholischer Confession ernannt werden,ehe das Ministerium an zwei der ihm vorgeschlagenen undauch ihm tüchtig erscheinenden Protestanten eine Ober- undeine Unterlehrerstelle übertragen wollte. Daraus ergaben sichnun mannigfache Schwierigkeiten; denn die in Aussicht ge-nommenen Katholiken zeigten sich theils nicht geneigt, theilsnicht geeignet die fraglichen Aemter zu übernehmen. DassSchulze auch durch diese Erfahrungen in der Ueberzeugungvon der Richtigkeit seines principiellen Standpunktes bestärktwurde, beweisen schon die oben mitgetheilten Sätze seinerDenkschrift vom 31. December 1816; durch ähnliche Aus-führungen suchte er auch beim Ministerium des Innern durch-zusetzen, dass nun wenigstens für den Frühling 1817 zweider früher vorgeschlagenen drei protestantischen Lehrer be-rufen würden. Aber bei dem traurigen Zustand des Gym-